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Von Ponys und Dollars

Ein Dokumentarfilm über das Spannungsfeld zwischen kulturellem Anspruch und Wirtschaftlichkeit in der Festivalindustrie

Timo Kumpf: Interessantes über den Macher des Maifeld Derby

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Timo Kumpf – dieser Name ist vielen Menschen in der Musik- und Festivalbranche ein Begriff. Der 1981 in Weinheim geborene Veranstalter hat nicht nur ein Händchen für gute Musik, er verfolgt auch mit großem Ehrgeiz seine persönlichen Ziele – getrieben vom eigenen moralischen Kompass und dem Willen, Kunst und Kultur Raum und Bühne zu geben.

Früh Festivalerfahrung gesammelt

Sein erstes Festival veranstaltete Timo Kumpf am 8. März 1998 im Alter von 17 Jahren – in der Gemeinde Grasellenbach. „Die Reaktionen waren mega. So was war hier noch nie. Wir hatten sechs Bands, die alle schon irgendwie cool und gut waren – hohes Niveau.“ Tickets gab es damals im Vorverkauf für zehn Mark in der Sparkasse und bei Kumpfs Eltern in der Metzgerei.

Auch ein Zeichen dafür, wie sich der Musikfan schon damals engagierte: Die ersten 100 Besucher:innen erhielten eines von 100 in Echtzeit überspielten Tapes. Später studierte Kumpf Musikbusiness an der Mannheimer Popakademie und erlernte dort das Handwerk, das sich später als wichtig für seine Karriere erweisen sollte. Timo Kumpf ist mittlerweile CEO und Booker bei Delta Konzerte.

Musikkarriere

Neben seiner Tätigkeit als Veranstalter ist Timo Kumpf auch als Musiker tätig – unter anderem bereits für Get Well Soon, dem Musikprojekt von Konstantin Gropper. Dieser kommt in der rund um das Maifeld Derby entstandenen Doku „Von Ponys und Dollars“ zu Wort, um seine Meinung zur aktuellen Festival- und Musikbranche zu äußern.

Geld ist für ihn eher Mittel zum Zweck

2019 erklärte uns Kumpf, warum er mit dem Maifeld Derby nicht den großen Profit anstrebt: „Mein Geld verdiene ich mit den Shows und Konzerten, die ich mit meiner Agentur übers Jahr veranstalte. Das Maifeld Derby hat inhaltlich zwar die größte Priorität, aber wirtschaftlich gar keine. Wir haben drumherum sogar ein eigenes Zeltfestival auf dem Gelände ins Leben gerufen, um die Infrastruktur zu finanzieren. Dort spielen dann Acts von Cypress Hill bis Nena. Ich versuche hier selbstständig, die Kultur über Kommerz zu finanzieren – das ist als ob ein Nationaltheater in seinem Keller eine Schaumparty durchführen würde.“ Mittlerweile ist das Maifeld Derby eine gemeinnützige GmbH.

„Immer noch die beste und wichtigste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe“

2019 hat sich Timo Kumpf entschieden, das Maifeld Derby für 2020 auszusetzen. Er brauchte eine Auszeit, nach neun Jahren Selbstaufopferung für das Liebhaber-Festival waren die Akkus alle und er mehr als bereit für Urlaub, Erholung, aber auch das Rückbesinnen darauf, was das Maifeld Derby so besonders gemacht hat. Später sollten ihm viele Menschen hellseherische Kräfte nachsagen, denn wie wir jetzt wissen, war die Festival-Pause im Coronajahr 2020 das Beste, was dem Veranstalter passieren konnte. So kann das zehnte Maifeld Derby nach einer Crowdfunding-Aktion und mit neu gewonnener Energie hoffentlich vom 3. bis 5. September 2021 stattfinden.


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