Überraschungs-Konzert: So war Pete Doherty live im „White Trash Fast Food“ in Berlin

Fast wäre das Überraschungs-Konzert von Peter „Pete“ Doherty in der rappelvollen Diamond Lounge des Berliner„White Trash Fast Food“ am 01. Februar 2014 nach knapp einer Stunde abgebrochen worden. Der Babyshambles-Frontmann spielt gerade alte Libertines-Hits aus seiner Zeit mit Carl Barât, da entern die Zuschauer die kleine Bühne im Keller des berühmten Burgerrestaurants, weil es im Vorderbereich der Bühne zu eng wird, Menschen gequetscht werden.

Peter Doherty und der ihm bei diesem Spontan-Gig zur Seite stehende Gitarrist Mick Whitnall performen „What A Waster“, „Don’t Look Back Into The Sun“ und „Can’t Stand Me Now“ unbeirrt weiter – doch die Roadies versuchen die außer Kontrolle geratene Situation und die sich auf der Bühne gefährlich herumschubsende Masse zu beruhigen. Ohne größeren Erfolg – bis der 34-Jährige für 15 Minuten die Stage verlässt.

Vier Tage nach seinem zerfahrenen Auftritt im Berliner „Huxleys Neue Welt“, bei dem er sich eher für Nebensächlichkeiten zu interessieren schien, wirkt er im hippen Rock-And-Roll-Schuppen aufgeräumter und gefestigter. Mit Hut, Schlips, schwarzem Jackett und weißem Hemd mimt er den seriösen Songwriter, der sich vornehmlich auf die Performance seiner Musik interessiert. Statt die Gitarren oder Mikrofone ins Publikum zu werfen, legt er sich die Instrumente selbst um, nippt einige wenige Male an seinem Drink, um dann mit Inbrunst und Leidenschaft einen Mix aus Songs von seinen Babyshambles- und angesprochenen Libertines-Alben zu singen.

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Mick Whitnall lugt schelmisch schmunzelnd aus den Augenwinkeln zu Doherty – fast hat man den Eindruck, dass er sich über den guten Verfassungszustand seines Kumpanen freut. Doherty scheint sich dabei an keine feste Setlist zu halten, sucht oft den Kontakt zu seinem Gitarristen, der anhand dessen Spiel versucht herauszufinden, welchen Song er als nächstes anstimmen wird. Keine Spur von Müdigkeit und Erschöpfung macht sich heute bemerkbar, sodass man Angst haben müsste, dass Doherty die Bühne nach gut einer halben Stunde – wie angeblich bei seinem Spontan-Gig im Hamburger Club „Grüner Jäger“ – wieder verlassen wird.

Vielleicht liegt Doherty die Nähe zum Publikum auch einfach mehr als die Gigs in den großen Hallen. Der Funke zu den Zuschauern, unter denen sich auch eine Reihe von Prominenz wiederfindet – zum Beispiel Schauspieler Tom Schilling – springt diesmal schon nach wenigen Minuten über, minutenlanges Mitsingen der Song-Lyrics gehört an diesem Abend zum guten Ton. Der Keller des „White Trash Fast Food“ wird zum Tanzschuppen mit Crowdsurfing-Experimenten, der schließlich in der angesprochenen Konzertabbruch-Warnung mündet. Doch zum Glück beruhigt sich die Situation und verzückt die Zuschauer bis zum furiosen „Fuck Forever“ noch mit 40 Minuten Live-Musik. Wenn Peter Doherty doch immer so gut aufgelegt wäre.

Hier könnt Ihr Euch den Song „Fuck Forever“, live performt im Berliner White Trash, anschauen:

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