„Wahnsinnig verantwortungslos“: Bosse zu neuester Nena-Aktion auf Mallorca


Auf einem Konzert auf Mallorca soll Nena erneut Abstandsregeln missachtet haben. Sänger Bosse findet, so ein Verhalten füge der Kulturbranche Schaden zu.

In den vergangenen Wochen hatte Nena keine Gelegenheit ausgelassen, um ihre Einstellung zur Corona-Pandemie und den Hygiene-Maßnahmen kund zu tun. Auf mehreren Konzerten hatte sie die dortigen Regeln kritisiert und war schließlich auf einer Veranstaltung mit „Querdenken“- und QAnon-Anhänger*innen aufgetaucht.

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Nun folgte der nächste Ausfall: Auf einem Konzert auf Mallorca soll die Sängerin beschlossen haben, Abstandsregeln zu missachten. Im Laufe der Show lief sie Berichten zufolge durch das Publikum und soll einige der Anwesenden sogar in den Arm genommen haben. 

Spaziergang durchs Publikum

Schon zu Beginn des Auftritts ließ Nena ihren Unmut über das Hygiene-Konzept der Show raus. „Komische Umstände“, soll sie festgestellt haben, nachdem sie die Bühne betrat. „Der eine mag das mögen, der andere nicht. Das ist völlig egal. Aber wir wollen heute mit euch einen richtig geilen Abend haben.“

Das Konzept der Veranstalter*innen sah vor, dass die Zuschauer*innen das Konzert auf Picknickdecken mit den nötigen Sicherheits-Abständen verfolgten. Dass Nena eher zu den Menschen zählt, die solche „Umstände“ nicht mögen, hatte sie auf vorigen Konzerten bereits mehrmals deutlich gemacht.

Und auch diesmal soll es nicht lang gedauert haben, bis die 61-Jährige mit einer zweifelhaften Aktion aufwartete. „Passt mal auf, ich könnte ein bisschen näher kommen, wenn ihr alle da bleibt, wo ihr seid“, rief sie ihren Fans zu. Dann machte sie sich auf den Weg von der Bühne Richtung Publikum. Dort soll sie direkt mit den Fans interagiert und einige von ihnen sogar umarmt haben.

Augenrollen von Bosse

Inzwischen wird immer mehr Kritik an der Sängerin laut. Neben Konzertabsagen von anderen Veranstalter*innen äußerten sich zuletzt auch diverse Künstler*innen zu den Aktionen der Sängerin. So reagierten etwa Chris de Burgh und Johannes Oerding mit Unverständnis auf das Verhalten Nenas.

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Auch Sänger und Songwriter Bosse kritisierte Nenas Aktionen nun scharf. In einem Interview berichtete der Sänger, wie wichtig es für alle Kulturschaffenden sei, dass Konzerte und andere Veranstaltungen überhaupt wieder stattfinden könnten. Dass diese aktuell unter mehr oder weniger strengen Hygiene-Maßnahmen ablaufen müssten, sei für ihn das geringere Übel. „Es geht darum, dass die Branche wieder ins Rollen kommt“, so Bosse. „Ich weiß aus Erfahrung, wie sehr sich die Leute freuen, dass es überhaupt wieder Kultur gibt.“

Aktionen wie die von Nena seien leichtsinnig und würden diesen Fortschritt in seinen Augen gefährden. Das könnte auf lange Sicht der kompletten Kulturbranche Schaden zufügen. „Bei Nena kann ich nur mit den Augen rollen“, kommentierte er. „Das finde ich wahnsinnig verantwortungslos.“

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf rollingstone.de +++