Wenn du Edwin Rosen feierst, solltest du dir auch diese 3 Acts anhören

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Edwin Rosen – der tiefsinnige New-Wave’ler der deutschen Musik-Landschaft. Anfang 2020 noch als Geheimtipp gehandelt, befand sich die Musik des Stuttgarters bereits ein Jahr später auf allen Playlisten der Nation.

Edwin Rosen: Düstere Stimmung, Drum-Machine und viel Reverb

Dass der Upload seines Tracks „leichter//kälter“ während seiner Prüfungsphase im Lehramt-Studium dem mittlerweile hauptberuflichen Musiker zum Durchbruch verhelfen würde, hatte Rosen selbst nie gedacht. Schnell entstand ein Mysterium um die Stimme hinter „leichter//kälter“, „Die Sonne in deinem Zimmer“ oder „1119“, da ihn alle irgendwie, aber gleichzeitig auch überhaupt nicht kannten. Was im Ohr blieb, waren seine Grabesstimme, straighte Drum-Machine-Beats, viel Gitarre und noch mehr Reverb. Seinen Sound, inspiriert von Bands wie The Cure, New Order und Grauzone, beschreibt er als „Neue Neue Deutsche Welle“.

Vergangenes Jahr ist seine Fünf-Track-EP MITLEERENHÄNDEN erschienen, Anfang dieses Jahres veröffentlichte Rosen mit „Vertigo“ seine aktuelle Single. Danach tourte der Musiker durch Deutschlands Venues und spielte auf unzähligen Festivals. Das Geheimnisvolle hat sich Rosen trotz des Erfolgs beibehalten, da er, wie er selbst immer wieder erklärt, den zurückhaltenden Umgang mit der eigenen Kunst schätzt. Irgendwie sympathisch, finden wir.

Hier gibt es die EP MITLEERENHÄNDEN:

Wir stellen Euch drei Künstler*innen vor, die auf einen ähnlichen Sound wie Rosen zurückgreifen und unbedingt gehört werden sollten.

1. Zahlaza

Das Besondere an Zahlaza: Der Musiker betreibt (absichtlich) Genre-Hopping. Dabei streift er auch immer wieder durch die New-Wave-Gefilde Rosens. Gleichzeitig sind in der Musik des Leipzigers unter anderem auch Einflüsse aus Trap und HipHop zu hören. Dass in seiner Spotify-Bio „Hier gibt es keine Konstante“ geschrieben steht, zeigt, wie bewusst der Musiker experimentiert und die Genre-Schubladen öffnet. Deshalb klingt der Track „Zeitgefühl“ seiner EP BLITZ&DONNER (2021) zum Beispiel auch nach Pop-Punk à la blink-182. In seiner Musik schafft Zahlaza es dennoch, einen übergreifenden Wiedererkennungswert, unter anderem durch seine einprägsame Stimme, zu etablieren.

„Ich weiß“ (2020), der Song mit dem wohl stärksten New-Wave-Bezug in Zahlazas Musik-Historie, ist sein meistgestreamtes Werk. Dies verdeutlicht auf ein Neues, wie gut 80s-Vibes und vermeintlich nischige Sounds aktuell bei den Hörer*innen ankommen und längst zum Trend geworden sind.

Hört seine INFINITY-EP (2020), auf der auch „Ich weiß“ erschienen ist, hier:

2. Flawless Issues

Im gleichen Jahr wie Rosen gestartet, hat Flawless Issues vor allem mit seiner zweiten Single „Good Vibrations“ (2020), einem Beach-Boys-Cover, auf sich aufmerksam gemacht. Bisher ist noch keine EP oder gar ein Album erschienen, dafür aber acht Singles, die sich zu hören lohnen. Mit englischen Texten thematisiert der Musiker verschiedene „Flawless Issues“ (auf deutsch: makellose Probleme), wie zum Beispiel abgründige menschliche Emotionen und das Alleinsein. Umwoben von Instrumenten durchbricht der Solo-Künstler die eigene Schallmauer mit seinem düsteren Gesang.

Und Überraschung: Flawless Issues und Edwin Rosen stammen nicht nur beide aus Stuttgart, sondern sind auch noch befreundet. Die Musiker unterstützen sich gegenseitig live auf der Bühne, beim Songwriting oder während Aufnahme-Sessions. Dem Skaten sei Dank, dass die Beiden sich vor Jahren durch ihr geteiltes Hobby kennengelernt haben.

Hier gibt es das Musikvideo zu Flawless Issues‘ „Alone Tonight“:

3. Steintor Herrenchor

Auch Steintor Herrenchor gehören mit ihrer ersten Single „Luisa“ (2021) zu Rosens „Club der Newcomer*innen der 2020er und 2021er“. Nach ihrem Debüt folgten vier weitere Songs der Hannoveraner im Gewand Neuer Deutscher Welle samt Post-Punk-Einflüssen. Mit ihrem Bandnamen nehmen sie übrigens Bezug auf die hannoversche Fußgängerzone „Am Steintor“.

Seit „vielzubreit 2“ im Juli ist es um die Musiker etwas leiser geworden, laut ihrem Instagram-Account soll allerdings bald neue Musik erscheinen. Auch im Musikvideo zu „Postkarten“ (2022) setzen die Musiker mit den Zoom-Skills eines alten Camcorders und verwackelten Videoaufnahmen auf Retro-Romantik. Aber seht selbst:

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