ME präsentiert

Matt Berninger: Ein Köln-Konzert für Juli angekündigt – ME präsentiert

Der Promi-Bariton ist back on the road und schaut auch hierzulande vorbei. Wir haben die Infos zum Gig.

Matt Berninger spielt im Sommer 2026 eine Deutschland-Show – am 3. Juli im Kölner Carlswerk Victoria. Wir präsentieren das Konzert.

Mehr als nur The National

Matt Berninger ist längst mehr als nur die markante Stimme von The National. Auf seinen Solo-Platten und -Tourneen zeigt er sich als eigenständiger Erzähler, der die Bühne weniger als Rockpodest denn als intimen Raum begreift. Mit dem 2020er Solodebüt „Serpentine Prison“ und dem 2025er Nachfolger „Get Sunk“ hat Berninger zwei Alben veröffentlicht, die sein Songwriting aus dem Bandkontext lösen und persönlicher zuspitzen. Live wirken diese Stücke oft roher, manchmal brüchig, getragen von Berningers charakteristischem Bariton, der zwischen lakonischer Selbstironie und existenzieller Schwere pendelt.

Gerade auf Tour wird deutlich, dass Berninger als Solo-Artist nicht den Gegenentwurf zu The National sucht, sondern eine Erweiterung. Die Konzerte sind weniger monumental, dafür näher am Publikum. Berninger spricht viel, tastet sich durch Erinnerungen, Zweifel und Alltagsbeobachtungen, als würde er seine Texte im Moment des Vortrags noch einmal neu sortieren. Diese Offenheit prägt auch „Get Sunk“, eine Platte, die sich mit mentaler Erschöpfung, Midlife-Fragen und dem langsamen Weiterleben nach Krisen beschäftigt – ohne Pathos, aber mit spürbarer Dringlichkeit.

Keine Erklärungen, dafür jede Menge Melancholie

Untrennbar mit Berningers öffentlichem Bild verbunden bleibt dennoch seine Arbeit mit The National. Seit dem Debütalbum 2001 hat er gemeinsam mit den Brüdern Dessner und Scott Devendorf einen Sound geprägt, der Indie-Rock mit literarischer Melancholie verband und die Gruppe zu einem der konstantesten Acts ihrer Generation machte. Alben wie „Alligator“, „Boxer“ oder „High Violet“ etablierten Berninger als Texter, der das Private politisch lesbar macht – stets aus der Perspektive des Zweifelnden, nie des Erklärers. Auch in späteren, experimentelleren Phasen der Band blieb seine Stimme der emotionale Fixpunkt.

Dabei war Berningers Weg zur Musik alles andere als vorgezeichnet. Geboren 1971 in Cincinnati, wuchs er in einem Umfeld auf, in dem Kunst und Kreativität zwar präsent, aber nicht zwingend als Berufsziel gedacht waren. Er studierte Grafikdesign und arbeitete zunächst in der Werbebranche – ein Job, der ihn ernährte, aber nie ganz erfüllte. Musik war lange der Begleiter im Hintergrund, ein Ventil nach Feierabend, kein Karriereplan.

Der späte Weg zur Live-Musik

Erst Ende der 1990er-Jahre, eher spät im Vergleich zu vielen seiner Indie-Zeitgenoss:innen, begann er ernsthaft Songs zu schreiben und mit Freund:innen zu spielen – aus einem Bedürfnis heraus, nicht aus Kalkül. Diese späte Hinwendung prägt sein gesamtes Schaffen bis heute: Die Texte wirken wie nachträgliche Selbstvergewisserungen, die Musik wie ein Versuch, Ordnung in das innere Chaos zu bringen. Ob solo oder mit The National – Matt Berninger ist ein Künstler geblieben, der weniger Antworten liefert als die richtigen Fragen stellt. Und das sollte man sich live nicht entgehen lassen.

Matt Berninger live 2026 – präsentiert vom MUSIKEXPRESS

  • 03.07. Köln, Carlswerk Victoria

Tickets

Der Vorverkauf für die Köln-Show hat aktuell noch nicht begonnen.