Mitten im Konzert: Hans Zimmer richtet „Fuck Off“ an Donald Trump

Mit „Fuck Off“ an Trump und einem Witz über sein drohendes US-Einreiseverbot sorgte Hans Zimmer in Paris für den Moment des Abends.

Beim Konzert in Paris stand für Hans Zimmer zunächst die Musik im Mittelpunkt – große Gefühle, ikonische Soundtracks und die Wucht seiner Kompositionen. Doch zwischen zwei Stücken nutzte der Oscar-Preisträger den Moment für eine unerwartet direkte politische Einordnung.

Zimmer begann ruhig, fast nachdenklich. Er sprach über die Musiker:innen auf seiner Bühne – Menschen aus unterschiedlichsten Teilen der Welt, die gemeinsam auftreten. Musik, so seine Botschaft, sei ein verbindendes Element: ein Gegenentwurf zu einer Welt, die zunehmend von Spannungen geprägt ist.

Klare Worte mit Risiko

Dann kippte die Stimmung. „Da draußen gibt es diese verrückten Leute, die uns in Kriege treiben“, sagte Zimmer. Dabei blieb er nicht im Allgemeinen. Mit Blick auf Donald Trump wurde er konkret: „Leuten wie Trump sage ich: Fuck Off.“ Im Saal folgte eine hörbare Reaktion – Applaus.

Hans Zimmer war sich der Wirkung bewusst. Mit trockenem Humor schob er nach: „Hat jemand ein freies Bett? Wahrscheinlich lassen sie mich jetzt nicht mehr in die USA einreisen.“ Ein Satz, der für Lacher sorgte, aber gleichzeitig den Ernst seiner Aussagen unterstrich.

„Es ist wichtig, sich gegen diesen Wahnsinn auszusprechen, gegen diese Leute“, erklärte er. Es war ein selten offener Moment in einem Konzertformat, das sonst vor allem von Ästhetik und Inszenierung lebt. Hier könnt ihr seine Ansprache hören:

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Persönliche Perspektiven aus dem Ensemble

Besonders eindringlich wurde es, als Zimmer den Fokus wieder auf seine Band lenkte. Er sprach über eine Musikerin aus Kuba und zeichnete ein düsteres Bild ihrer aktuellen Situation: „Ich habe hier eine Musikerin aus Kuba – und gerade ist ihr Land im Dunkeln. Sie nehmen dir alles weg. Das ist doch absurd. Wer macht so etwas?“

Mit dieser persönlichen Perspektive verlagerte sich die Rede von abstrakter Systemkritik hin zu konkreten Lebensrealitäten. Es war ein Moment, der zeigte, wie unzertrennbar politische Entwicklungen und individuelle Schicksale miteinander verknüpft sind.

Zwischen Relativierung und Nachhall

Am Ende versuchte Zimmer, die Schärfe seines Statements abzufedern. „Entschuldigt, das sollte keine politische Tirade sein … geht was trinken“, sagte der deutsche Komponist und lächelte.

Es war nicht das erste Mal, dass Hans Zimmer sich in dieser Form äußerte. Bereits bei einem Tourstopp in Schweden positionierte er sich klar gegen Donald Trump und beendete seine Ansprache mit den Worten: „Ich sage es einfach: Fuck Trump.“ Auch dort reagierte das Publikum mit hörbarer Zustimmung.

Zimmer zeigte, dass selbst im Rahmen eines orchestralen Live-Erlebnisses Platz für Haltung ist und dass er bereit ist, diesen Raum zu nutzen.