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Alben der Woche: 2. – 8. April 2012

Platte der Woche: Super 700 – Under The No Sky
„Das erste Stück „21st Century Girl“ ist Programm: ein düs­terer, hinterhältiger Popsong, der daherschleicht wie ein Mörder vor dem Verbrechen, und durch den sich ein bleischweres Schlagzeug schlägt und immer wieder atonale, bitterböse Gitarren fahren, während Ibadet Ramadani Unrecht beklagt und dass es keinen Gott mehr gibt, kein Gesetz und auch keine Wahrheit. Im weiteren Verlauf singt sie von sterbenden Nationen und dem verzweifelten Versuch, sein Leben in Würde zu leben. Währenddessen geben sich die Instrumente große Mühe, die immer wieder auftretenden Strecken allzu großer Harmonie mit miesepetrigen Rock-Ausfällen zurechtzurücken. Und weil das ganz hervorragend gelingt, sind Super700 jetzt nicht mehr bloß so etwas wie Garbage mit vertrackteren Harmonien. Sondern sie klingen plötzlich so intensiv und existenziell wie die mittlere PJ Harvey.“ (ME-Autor Thomas Winkler)

B
Black Dice – Mr. Impossible

C
Choir Of Young Believers – Rhine Gold
Conrad Schnitzler – Endtime
Es ist bemerkenswert, dass ein Musiker vier Tage vor seinem absehbaren Tod noch ein Album aufnimmt. Endtime ist das musikalische Vermächtnis Conrad Schnitzlers und markiert das Ende einer über 40-jährigen Laufbahn eines wenig beachteten Künstlers der Avantgarde und elektronischen Musik. Dieses letzte Werk wirkt wie der Versuch des Künstlers, sich und seine Musik im Rahmen einer einzigen Komposition erklären zu wollen – „Endtime“ ist ein einstündiges Stück, das der Übersichtlichkeit wegen in 36 Einzeltracks unterteilt ist. Das Album ist die Verdichtung des Schnitzler’schen Gesamtwerks in all seinen Facetten.  – Conrad Schnitzler streckt hier ein letztes Mal seinen Mittelfinger dem musikalischen Establishment entgegen, indem er sich aktuellen Referenzsystemen verweigert. Schnitzler klingt nicht „wie“, sondern nur nach Schnitzler. Nach einer Stunde fadet die Musik langsam aus. Sie verschwindet in der Unendlichkeit – wie ihr Urheber. (ME-Autor Albert Koch)

N
Nicki Minaj- Pink Friday – Roman Reloaded 
New Build – Yesterday Was Lived & Lost
New Build sind Al Doyle und Felix Martin von Hot Chip und der sonst als Toningenieur tätige Tom Hopkins. Man muss nicht lange raten, in welche Richtung es geht. Die 80er sind wieder einmal fällig, und da genauer der Sound aus Sheffield. Man denkt an nicht so tanzbare und kommerzielle Momente auf Dare und Hysteria von The Human League, an melancholische Passagen auf How Men Are von Heaven 17 und an die Jahre, als Cabaret Voltaire ihren avantgardistischen Anspruch langsam aufgaben.“ (ME-Autor Thomas Weiland)



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