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Joe Cocker

Der 1944 in Sheffield, England geborene John Robert Cocker gelangte zu internationaler Bekanntheit wegen seiner charakteristischen, ungewöhnlichen rauen Gesangsstimme sowie einiger bedeutenden Coverversionen. Mit Stücken wie „Unchain My Heart“, „You Are So Beautiful“ und „Summer In The City“ konnte er sich weltweit als gefragter Blues-, Soul- und Rock-Sänger etablieren. Als etwas verschrobenes Markenzeichen galten seine Armbewegungen, die er während seiner Auftritte an den Tag legte. Bis auf eine kurze Schaffenspause aufgrund von Drogenmissbrauch, war Cocker durchgehend als Musiker aktiv und schaffte es, regelmäßig auf die vorderen Plätze der Charts zu kommen. Er verstarb am 22. Dezember 2014  an Lungenkrebs.

Bereits mit 15 Jahren war Joe Cocker in diversen Bands aktiv, seinen endgültigen Durchbruch als Sänger gelang ihm 1968 mit „With A Little Help From My Friends“, einer Coverversion des Songs von The Beatles. Die Single erreichte in England und Deutschland die vorderen Plätze der Charts und ihr Erfolg führte dazu, dass Cocker im darauffolgenden Jahr zum Woodstock-Festival eingeladen wurde. Aufgrund seiner zuckenden und zappelnden Gestik wurde er dort zu einem der beliebtesten Performer des Musik-Festivals. Eigentlich als Imitation des Gitarrespielens beabsichtigt, prägte Cocker auf diese Weise die Bewegungsformen der Luftgitarre.

Ebenfalls im Jahr 1969 trat er in der amerikanischen Fernsehsendung „Ed Sullivan Show“ auf und konnte mit weiteren Coversongs, denen er mit seiner kratzigen, außergewöhnlichen Stimme seine eigene Note verlieh, Erfolge feiern. Vor allem „You Are So Beautiful“, ursprünglich von Van Morrison, konnte sich 1974 in den Charts behaupten. Zu dieser Zeit fiel Cocker jedoch ebenfalls durch seinen zunehmenden Drogenkonsum auf. Dies gipfelte in einem Gefängnisaufenthalt wegen diverser Drogendelikten und Körperverletzung, was seiner Karriere schadete. Zwar ging Cocker weiterhin auf Tour, um seine Rechnungen begleichen zu können, nahm sich jedoch von Studioaufnahmen zunächst eine Auszeit.

Erst 1981, als er auf zwei Songs der Jazz-Band The Crusaders sang, gelang es Cocker, wieder Erfolge zu feiern. Der Song „I’m So Glad I’m Standing Here Today“ wurde durch eine Grammy-Nominierung geehrt. Sein Soloalbum „Sheffield Steel“ erschien ein Jahr später und brachte Cocker mit Singles wie „Unchain My Heart“, „Up Where We Belong“, einem Duett mit Jennifer Warnes oder Randy Newmans „You Can Leave Your Hat On“ wieder an die Spitze der Charts weltweit.

Als einer von wenigen westlichen Künstlern wurde es Joe Cocker erlaubt, zweimal in der DDR aufzutreten, in Berlin und Dresden. Der Volksmund nennt den Ort des Auftritts in Dresden noch bis heute „Cockerwiese“. Die Biermarke Becks verwendete 1995 in ihren Werbespots Cockers Interpretation von „Sail Away“, wodurch der Song internationale Bekanntheit erlangte.

2007 erhielt Cocker von Queen Elizabeth II. die staatliche Auszeichnung „Officer of the Order of the British Empire“. Bis 2012 veröffentlichte Joe Cocker weiterhin Alben, unter anderem das Nummer-Eins-Album „Fire It Up“ (2010). Im Dezember 2014 verstarb Cocker an den Folgen einer langwierigen Lungenkrebs-Erkrankung.

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