Billie Eilish im Interview: „Ich fühlte mich wie eine Parodie meiner selbst“

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Und jährlich grüßt das Murmeltier: Seit vier Jahren wird US-Popstar Billie Eilish jedes Jahr am selben Tag zum großen „Vanity Fair“-Zeitkapsel-Interview eingeladen. Was das bedeutet? Immer dieselben Fragen, immer andere Antworten. Indem Eilish sich jedes Jahr aufs Neue mit denselben Fragen konfrontieren lässt, kann man vor allem eines erkennen: ihre Entwicklung. Das erste Interview dieser Reihe fand im Jahr 2017 statt, als die „Therefore I Am“-Interpretin gerade einmal 15 Jahre alt war. Bei der diesjährigen vierten Ausgabe ist sie nun 18 Jahre alt – und scheint sich mit ihrem Berühmtheitsstatus nach wie vor abfinden zu müssen. So erzählt Eilish im Gespräch mit „Vanity Fair“ unter anderem, sie durchlebe aktuell eine „Identitätskrise“ mit bizarren außerkörperlichen Erfahrungen.

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Die große Neuigkeit: Es gibt 16 neue Songs

Die 18-jährige Sängerin berichtet in dem 27 Minuten langen Video: „Seit einiger Zeit habe ich wirklich ein wenig eine Identitätskrise. Ich glaube, es war im Dezember, ich hatte einen Auftritt in einer Radioshow, und die ganze Show über hatte ich das Gefühl, so zu tun, als wäre ich Billie Eilish. Ich hatte das Gefühl – ich betrachtete mich überhaupt nicht als mich selbst. Ich sah es völlig aus der Nicht-meine-eigene Perspektive und es war so seltsam. Das passierte mehrere Male bei Preisverleihungen und was auch immer. Ich fühlte mich wie eine Parodie meiner selbst.“ Glücklicherweise fühle sie sich jedoch seit einiger Zeit besser, so Eilish, und erinnerte ihre Fans daran, dass sie „buchstäblich erst 18“ und somit noch immer ein „wachsendes Mädchen“ sei.

Neben den eher beunruhigenden Nachrichten hatte Eilish jedoch auch eine Überraschung parat: Im Corona-Lockdown habe sie gemeinsam mit ihrem Bruder Finneas O’Connell 16 neue Songs geschrieben. „Ich habe Dinge gemacht und erschaffen, von denen ich nicht glaube, dass ich sie jemals geschaffen hätte“, sagte sie über die Lieder.

„Wenn Shows wieder erlaubt sind, wird jede Show die beste sein.“

Auch zu akzeptieren, dass Liveshows erst einmal ausfallen müssen, war für sie ein großes Thema während der Coronakrise gewesen, erzählt Billie Eilish. „Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages nicht mehr in der Lage sein würde, Shows aufzuführen. Das ist die einzige Sache, bei der ich das Gefühl habe, jemals gut darin gewesen zu sein“, sagt sie. „Wenn Shows wieder erlaubt sind, wird jede Show die beste sein.“ Ein weiterer Realisationsmoment sei im Sommer mit dem Tod von George Floyd und den damit aufkeimenden Protesten gegen Polizeigewalt gekommen, so Eilish. „Ich habe so viel mehr über die Art und Weise gelernt, wie Menschen leben, von der ich vorher nichts wusste. Die Klimakrise und die soziale Ungerechtigkeit und all die schlimmen Dinge haben mich dazu gebracht, anders zu denken“, erzählt die Musikerin. Ihr persönliches Resultat: „Ich werde nie aufhören, für all die Schwarzen Menschen zu kämpfen, die ihr Leben durch Polizeibrutalität verloren haben.“


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