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Bruce Springsteen spricht sich gegen Rassismus aus und widmet Radiosendung George Floyd

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Seit Beginn der Selbstisolation im Zuge der Coronavirus-Pandemie moderiert der legendäre Rocksänger Bruce Springsteen wöchentlich die Radiosendung „From His House to Yours“ auf „Sirius XFM“. Am Mittwoch, den 3. Juni 2020, widmete er die Show George Floyd, dem 46-jährigen Afroamerikaner, der am 25. Mai 2020 durch Polizeigewalt in Minnesota starb und dessen Tod Proteste gegen Rassismus in den USA sowie weltweit auslösten.

Springsteen eröffnete das Programm mit seinem eigenen Song „American Skin (41 Shots)“, den er im Jahr 1999 als Reaktion auf den Tod von Amadou Diallo verfasste, der von vier New Yorker Polizisten erschossen wurde. Springsteens Lied ging knappe acht Minuten, also ungefähr die Zeit, die George Floyd von einem Polizisten zu Boden gedrückt wurde. Der Musiker führte aus: „Das ist eine lange Zeit. So lange bettelte er um Hilfe und sagte, er könne nicht atmen. Die Antwort des festnehmenden Beamten war nichts als Schweigen und Gewicht. Dann hatte er keinen Puls mehr. Und trotzdem ging es weiter… Möge er in Frieden ruhen. Während wir hier sprechen, sind 40 Millionen Menschen arbeitslos. Mehr als 100.000 Bürger sind an COVID-19 gestorben, und unser Weißes Haus hat nur die laueste und gefühlloseste Antwort gegeben. Bis heute werden unsere schwarzen Bürger weiterhin von unserer Polizei auf den Straßen Amerikas getötet. Zum Zeitpunkt dieser Sendung steht das Land in Flammen und es herrscht Chaos.“

Weitere Songs, die Springsteen während seiner Radiosendung spielte, waren Childish Gambinos Stück „This Is America“, „Who Will Survive in America?“ von Kanye West, Bob Marleys „Burnin‘ and Lootin’“ und die drei Bob-Dylan-Songs „Political World“, „Murder Most Foul“ und „Blind Willie McTell“. Doch Springsteen ging sogar noch einen Schritt weiter und präsentierte seinen Zuhörer*innen die Aufzeichnung einer Rede, die Martin Luther King Jr. im Jahr 1963 in Birmingham, Alabama, gehalten hatte. Daraufhin erklärte er: „Es kann keinen dauerhaften Frieden geben ohne die Gerechtigkeit, die jedem Amerikaner, ungeachtet seiner Rasse, Hautfarbe oder seines Glaubens, zusteht. Die Ereignisse dieser Woche haben das wieder einmal bewiesen. Wir brauchen systemische Veränderungen in unseren Strafverfolgungsabteilungen und im politischen Willen unserer nationalen Bürgerschaft, um wieder zu der Art von Veränderungen voranzuschreiten, die die Ideale der Bürgerrechtsbewegung wieder zum Leben erwecken.“



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