BTS-Poster wird in Pakistan abgehängt, weil es „Homosexualität bewerben“ würde

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Die südkoreanische Boyband BTS ist für ihre gigantische Fangemeinde bekannt: Ihre Fans weltweit nennen sich „A.R.M.Y.“ und unterstützen ihre Idole in jeglicher Hinsicht. Zuletzt legte sich die Fan-Fraktion in Pakistan richtig ins Zeug, um dem BTS-Mitglied Jungkook ein gigantisches Plakat zum 24. Geburtstag aufzuhängen. Das riesige Billboard, das den Sänger in einem Nadelstreifenanzug vor einem gelben Hintergrund zeigt, wurde in der pakistanischen Stadt Gujranwala aufgehängt. Doch kaum war das Plakat angebracht, wurde es von den pakistanischen Behörden wieder entfernt. Der Grund: Es würde „Homosexualität bewerben“.

„Es gibt in Pakistan nur eine Armee“

Verantwortlich hierfür ist die streng islamistische Partei Jamaat-e-Islami (auf deutsch: „Islamische Gemeinschaft“), die das Land mitregiert. So erklärte der Politiker Aziz Butt – der Jamaat-e-Islami angehört – gegenüber „Vice World News“: „Wir haben von Menschen etliche Beschwerden erhalten. In der Stadt gibt es viele junge Personen. Diese Gruppe [BTS ARMY, Anm. d. Red.] hat einen negativen Einfluss auf sie und bestärkt sie, falschen Aktivitäten nachzugehen. Sie bewerben Homosexualität.“ Zudem verstehe er nicht, warum das Poster überhaupt angebracht worden sei. Er sagte: „Es bewirbt keine Marke, sie verkaufen damit kein Produkt. Die Leute, die es angebracht haben, nennen sich selbst Gujranwala Army. Aber es gibt in Pakistan nur eine Armee.“

Es gehe in BTS-Songs darum, „sich selbst zu lieben und glücklich zu sein“

Fans weltweit sind entsetzt und teilen den Vorfall auf Social Media. Doch Übergriffe wie diese sind leider keine Seltenheit. Auch in Russland hat sich jüngst eine Druckerei geweigert, Bilder von BTS zu drucken – mit der Begründung, verhindern zu wollen, dass „Kinder zu Perversen werden“. Das Absurde daran: Keines der Mitglieder von BTS hat sich als homosexuell geoutet oder als Teil der LGBTQI+ Community identifiziert. Nach dem Vorfall in Pakistan hat sich nun auch der 24-jährige BTS-Fan Zainab Zaman bei „Vice“ zu Wort gemeldet. Er meinte: „Der Gujranwala-Vorfall hat Pakistans BTS ARMY sehr schwer geschadet. Ein Politiker taucht plötzlich aus dem Nichts auf und erklärt, dass BTS Homosexualität bewerben würde und Vulgarität verbreite. BTS haben nie vulgäre Ausdrücke in ihren Liedern verwendet. Vielmehr geht es [in den Songs] darum, sich selbst zu lieben und glücklich zu sein. Weiß dieser Mann nicht, dass er mit dieser Aktion das Image Pakistans ruiniert?“


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