Türkisches Ministerium sieht K-Pop als Bedrohung für Jugendliche

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Das türkische Ministerium für Familie und Soziales hat eine Untersuchung im Zusammenhang mit koreanischer Popmusik, bekannt als K-Pop, eingeleitet. Türkische Konservative befürchten, dass dieses Musikgenre eine Bedrohung für türkische Jugendliche werden könne, so berichten lokale Medien.

So hieß es, dass das Ministerium Vertreter*innen von türkischen Social-Media-Plattformen kontaktiert habe, um bei ihnen Hilfe zu erbitten – nach eigenen Aussagen für die „Bekämpfung schädlicher Online-Inhalte“, die sich negativ auf Kinder auswirken könne. Gespräche hätten schon stattgefunden.

„Das Ministerium untersucht Vorwürfe, wonach K-Pop junge Menschen dazu bringt, von traditionellen Werten abzuweichen, die stattdessen ihre Familie ablehnen und so zu einem ‚geschlechterfreien‘ Lebensstil geführt werden“, berichtete der Journalist Onder Yilmaz in der Tageszeitung „Milliyet“ vom 29. August.

Die schärfer werdende Anti-LGBTIQ-Rhetorik der türkischen Beamt*innen geht oft einher mit der Behauptung, Jugendliche und Kinder vor einem „schwulen Lebensstil“ schützen zu müssen. Als die Schüler*innen während der Pandemie gezwungen waren, zu Hause zu bleiben und online zu lernen, rief ein Lehrerverband dazu auf, Regenbögen zu malen und an die eigenen Fenster zu hängen. Alarmiert durch die Konnotationen des Regenbogens, der das global verständliche Symbol der sozialen LGBTIQ-Bewegung ist, intervenierte das Bildungsministerium, um diese „Regenbogenkampagne“ zu stoppen. Auch die türkische Medienaufsicht, der Oberste Rat für Radio und Fernsehen, hält Ausschau nach homosexuellen Charakteren in Filmen und Serien und zensiert Inhalte bei Bedarf.

Anti-LGBTIQ-Rhetorik der türkischen Beamt*innen

Konservative Zeitungen und Kommentatoren haben K-Pop-Idolen, insbesondere der beliebten Band BTS, wiederholt vorgeworfen, „Verwirrung in der Geschlechtsidentität zu schaffen“.

BTS ist eine der bekanntesten K-Pop-Boygroups aus Südkorea. Ihr jüngster Hit „Butter“ hatte die diesjährigen Sommercharts angeführt. Die sieben Mitglieder der Band hatten 2018 vor der 73. Versammlung der Vereinten Nationen eine Rede gehalten. Mitglied Kim Nam-joon, besser bekannt als RM, sagte dort: „Egal wer du bist, woher du kommst, deine Hautfarbe, deine Geschlechtsidentität, sprich einfach selbst.“ Sie hatten darüberhinaus Jugendlichen ihre Unterstützung zugesprochen und sich für sexuelle Minderheiten eingesetzt.


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