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Review

„Creed 2“-Kritik: Keine Angst, die Russen sind immer noch die Bösen

Im Jahr 2015 war „Creed“ der Film, nach dem niemand gefragt hat. Und der trotzdem eine große Anhängerschaft fand und Sylvester Stallone sogar eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller bescherte. Stallone hat mit „Creed“ noch einmal Rocky herausgekramt, Regisseur Ryan Coogler inszenierte ein modernes Sportdrama, in dem mit Adonis Creed (Michael B. Johnson) ein neuer Boxer in den Ring stieg und Rocky gegen den Krebs kämpfte.

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„Creed 2“: Trailer

Staffelstab weitergeben, Familiendrama geklärt, Erfolgsgeschichte beendet. „Creed“ war ein würdiger Abschluss für die gesamte Rocky-Saga, doch Hollywood ist seit Jahren nicht mehr an Enden interessiert, weshalb am Donnerstag nun „Creed 2“ in den Kinos startet. Darin dreht die Geschichte um Rocky und seinen Schützling Creed, der Sohn seines verstorbenen sportlichen Rivalen, noch eine Ehrenrunde.

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Adonis Creed macht seiner Freundin einen Antrag und erfährt von ihrer Schwangerschaft. Rocky steht von Melancholie erfüllt an aus den Vorgängerfilmen bekannten Orten herum, hält natürlich auch wieder Monologe am Grab seiner geliebten Adrian. Das ist alles genauso idyllisch wie langweilig, weshalb in „Creed 2“ dringend ein Feindbild her muss. Zum Glück gibt es ja noch die Russen!

Ivan Drago taucht wieder auf und schickt seinen Sohn Viktor in den Ring. Ivan Drago spielte bereits 1985 in „Rocky – Der Kampf des Jahrhunderts“ mit. Damals schlug der den Vater von Adonis Creed im Ring tot, später reiste Rocky Balboa nach Russland und revanchierte sich mit einem Sieg gegen den Hünen. Anschließend hielt Rocky eine Rede, mit der er quasi im Alleingang den Kalten Krieg beendete: „Wir sind doch alle gleich“ und so weiter.

Von dieser Versöhnlichkeit ist in „Creed 2“ nicht mehr viel zu spüren. Als Gegenentwurf zur Idylle in den USA wird Russland im Sinne der Dramaturgie noch einmal als richtige Scheißnation gezeigt. Ivan Drago wurde von seiner Regierung, seiner Frau und seiner Regierung nach der Niederlage 1985 nämlich verbannt. Zu Beginn des Films lebt er in einer Platte in Kiew, seinen Sohn Viktor (Florian Munteanu) hat der verbitterte Ivan wie einen Pitbull erzogen. Kleine Szene aus dem Training: Während Viktor auf der Straße joggt, fährt sein Vater bedrohlich mit dem Auto hinter ihm her.

Rocky Balboa (Sylvester Stallone) und Adonis Creed (Michael B. Jordan).

Es kommt, wie es kommen muss. Ein windiger Promoter holt die Dragos nach Las Vegas, dort prügelt Viktor dann Creed aus dem Ring und fortan steuert der Film auf die große Revanche zu. Das alte Schema wird nur durch Szenen aufgelockert, in dem der Wiedereinstieg Ivan Dragos in die russische Gesellschaft gezeigt wird. Wenig überraschend, also kein wirklicher Spoiler: Nach dem Sieg seines Sohnes über Adonis Creed dürfen die Dragos raus aus der Platte und mit Funktionären an einer pompösen Tafel speisen. Im Finale lassen die herzlosen Russen die Dragos natürlich wieder fallen. Wie ordentliche Bösewichte dies eben tun.

Traurigerweise sind diese bizarren Momente die unterhaltsamsten in „Creed 2“. In einem Film, dem man ansieht, dass den Autoren und dem Regisseur nichts Besseres eingefallen ist.

„Creed 2“ startet am 24. Januar in den deutschen Kinos. 

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