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David Fincher: Das sind die fünf besten Filme des „Mank“-Regisseurs

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Spricht man von den großen, zeitgenössischen Filmregisseuren, dann ist es nicht weit bis zum Namen David Fincher: Der 1962 geborene US-Amerikaner gilt als einer der renommiertesten Persönlichkeiten des modernen Films: Sein Stil trägt eine wiedererkennbare Handschrift, ist geradezu singulär und darf als immens einflussreich bewertet werden. Angefangen hat Fincher als Werbefilme sowie – wie viele seiner Zeitgenossen – als Regisseur von Musikvideos, unter anderem für Madonna („Express Yourself“) und George Michael, für den er das maßgebliche „Freedom ’90“-Video drehte.

Sein Debütfilm war noch ein Sequel zur „Alien“-Reihe, nämlich „Alien 3“. Über den Film hatte er, so sagte er später, aber nicht die volle kreative Kontrolle. Das änderte sich aber danach und ermöglichte Fincher somit die bereits erwähnte Handschrift. Später sollte er sich aber vor allem als Regisseur von Thrillern einen Namen machen. Von Serienkiller-Filmen wie dem Neo-Noir „Sieben“ oder dem historischen Großwerk „Zodiac – Die Spur des Killers“ bis hin zu spannungsgeladenen Buchverfilmungen über einen Untergrundkampfclub für Männer („Fight Club“) und die Geheimnisse einer schwedischen Familiendynastie („Verblendung“): Fincher hat den Thriller in all seinen Facetten ausgelotet. Sein größter Wurf wurde aber ein Gesellschaftsdrama – ein Film über die Idee hinter der Gründung einer Webseite namens Facebook („The Social Network“).

Auch im Streamingbereich erweist sich Fincher als Vordenker und produzierte mit „House of Cards“ eine der Serien, die in den frühen 2010er-Jahren die Grundlagen für den Boom des Mediums legte. Mit „Mindhunter“ produziert er inzwischen auch eine weitere Netflix-Produktion.

Die Netflix-Premiere seines neuesten Films „Mank“ (startet am 4. Dezember) haben wird zum Anlass genommen, seine fünf besten Filme für euch zu listen:

Platz 5: Gone Girl – Das perfekte Opfer (2014)

Gone, Baby, Gone: Ben Affleck vermisst schon wieder jemanden.

David Finchers letzter Spielfilm vor „Mank“ thematisiert das Verschwinden einer Frau namens Amy (Rosamund Pike). In Rückblenden erfahren wir, dass ihre Ehe mit Nick Dunne (Ben Affleck) schon lange nicht mehr so glücklich verlief, wie es nach außen zu sein schien. Das spürt auch die amerikanische Öffentlichkeit, die großes Interesse an Amys Verschwinden hegt und mit der Zeit an Nick und auch seiner Unschuld zu zweifeln beginnt. „Gone Girl“ ist ein wunderbares Vexierspiel, das auch die Zuschauenden fordert – scheint doch nicht jede Figur glaubwürdig, ja verlässlich. Für den Film, der auf dem gleichnamigen Roman der Bestsellerautorin Gillian Flynn basiert, lieferten Trent Reznor und Atticus Ross einen grandiosen Soundtrack. In Nebenrollen brillieren unter anderem Neil Patrick Harris sowie Carrie Coon. Seht hier den Trailer zum Film.

Platz 4: Fight Club (1999)

Tyler Durden im Ring

Edward Norton spielt in David Finchers knallhartem Thriller einen namenlosen Protagonisten, der seinen Bürojob hasst und unter Schlafstörungen leidet. Eines Tages lernt er den Seifenvertreter Tyler Durden (Brad Pitt) kennen, mit dem er den titelgebenden „Fight Club“ aufzieht. An ebenjenem Ort sollen Männer ihre Aggressionen ausleben. Die Idee schlägt sprichwörtlich an, ehe mit Marla Singer (Helena Bonham Carter) eine Frau die Harmonie zwischen den beiden Protagonisten durchkreuzt. Fincher liefert hier einen tiefgreifenden Blick auf toxische Männlichkeit, ergänzt mit einer starken Kapitalismus- und Konsumkritik. Auch wenn die Ästhetik sehr an die späte 90er erinnern mag, ist der Stoff – der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Chuck Palahniuk – nach wie vor zeitgemäß. Seht hier den Trailer.

Platz 3: Sieben (1995)

Sieben

Zwei Thriller David Finchers handeln von Serienmördern, einer davon ist dieser. „Sieben“ steckt voller ikonographischer Szenen, ist aber vor allem für einen Satz bekannt ist: „What’s in the box?“ Im Zentrum dieses Neo-Noirs steht ein ungleiches Cop-Duo: Morgan Freeman verkörpert den älteren, bedachten William Somerset, der sichtlich von den Strapazen seiner Arbeit geprägt ist und nur noch eine Woche bis zu seiner Pensionierung hat. Brad Pitts Figur David Mills ist hingegen ein junger, überheblicher Polizist, der neu in der Stadt ist. Beide fahnden in einer Mordserie, in denen der Killer seine Opfer zu Tode quält und den sieben Todsünden zuordnet. Auch in den Nebenrollen ist der Film grandios besetzt: Gwyneth Paltrow mimt Brad Pitts Lebensgefährtin Tracy, während Kevin Spacey in einer seiner besten Rollen als John Doe brilliert. In diesem packenden, körnigen 90er-Jahre-Thriller läuft alles auf ein packendes Finale hinaus, das die Spannung ins Unermessliche steigen lässt. Vor allem, wenn dann bereits erwähnte Box ins Spiel kommt. Ein zeitloses, spannendes Meisterwerk. Seht hier den Trailer zum Film.

Platz 2: Zodiac – Die Spur des Killers (2007)

Finchers anderer Serienmörder-Film: In „Zodiac – Die Spur des Killers“ ist es der titelgebende Zodiac-Killer, nach dem gefahndet wird. Doch die Spuren sind schwer zu verfolgen, die Briefe, die vom (vermeintlichen) Mordenden an Polizeistationen oder verschiedene Zeitungsredaktionen geschickt werden, sind kryptisch und nicht immer kann man sie zuordnen. Bei einer dieser Zeitungen, dem „San Francisco Chronicle“, arbeitet auch Robert Graysmith (gespielt von Jake Gyllenhaal), zunächst als Karikaturist, irgendwann geht seine ganze Zeit dann aber für Recherchen zum Zodiac drauf. Dabei greift Graysmith zu Beginn auch dem kauzigen und lasterhaften Paul Avery (Robert Downey Jr.) unter die Arme. Dass genannte Journalisten quasi Polizeiarbeit machen, vereinfacht den Polizisten, wie dem Inspektor Dave Toschi (Mark Ruffalo), die Arbeit nur manchmal. Die Handlung in Finchers Film spannt sich über mehrere Jahre, eben genau die Suche nach dem Zodiac-Killer. Die Komplexität dieses Falles bringt den US-Filmemacher in seinem geradezu monumentalen und extrem aufregenden Großwerk – das übrigens auf dem Sachbuch des tatsächlichen Robert Graysmith basiert – grandios auf den Punkt. Seht hier den Trailer zum Film.

Platz 1: The Social Network (2010)

Die Geschichte einer Idee: Im Jahr 2003 hat ein gewisser Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg), damals Student an der renommierten Harvard University, eine Idee für eine Webseite, die Bilder von Student:innen vergleicht. „FaceMash“ – den Algorithmus dafür liefert sein Freund Eduardo Saverin (Andrew Garfield) – sorgt auf dem Campus für Furore. In Folge dessen erregt Zuckerberg die Aufmerksamkeit der Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss (Armie Hammer), die an ihn mit einer Idee für ein elitäres soziales Netzwerk herantreten, das sie gemeinsam mit ihm umsetzen wollen. Zuckerberg meldet sich nur noch sporadisch, bis die Winklevoss-Brüder herausfinden, dass er ihre Idee ihrer Meinung nach alleine umgesetzt hat: Die Webseite heißt „thefacebook“. Finchers Film legt den Fokus auf die Ideenfindung, die Gründung sowie die frühe Expansion von Facebook. Zuckerberg wird von Jesse Eisenberg porträtiert, der ihn als selbstverliebten, machtbesessenen und schamlosen Egozentriker interpretiert. In seiner Nebenrolle als aalglatter Napster-Gründer Sean Parker glänzt zudem Justin Timberlake. Das Oscar-prämierte Drehbuch von Aaron Sorkin – der auch einen Cameo-Auftritt hat – liefert messerscharfe Dialoge und packende Dramaturgie. Ebenfalls Oscar-prämiert: Der treibende Soundtrack von Trent Reznor und Atticus Ross, die nach dem Erfolg des Films auch die Musik zu allen von David Finchers folgenden Filmen lieferten. Seht hier den Trailer zum Film.

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