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Die 20 besten Wave-Pop-Alben der 80er

Wave-Pop? Diesen Begriff gibt es eigentlich gar nicht. 80er-Hitcompilations aus den 90ern hießen so: Pop & Wave. Aber als Genrebezeichnung geht das wohl nicht durch. Und doch weiß jeder, was gemeint ist, der nur einmal in einem dieser Wave-Fächer im SecondHand-Plattenladen gewühlt hat. Oder eben damals dabei war, in den 80ern. Oder aktuelle Musik von jungen Künstlern wie Drangsal oder DIIV hört und mag. Auf jeden Fall kein schlechter Moment für die folgende Liste, die zuerst in der Mai-Ausgabe des Musikexpress erschienen ist:

1_The_CureThe Cure
SEVENTEEN SECONDS
1980
Zehn Tage benötigte Robert Smith, um mit seiner Band das zweite Album von The Cure aufzunehmen, das lange nachhallen sollte. SEVENTEEN SECONDS begründete nicht nur die düstere Periode von The Cure, die danach noch lange anhielt, es steht vor allem sinnbildlich dafür, wie (New) Wave damals auch einen Weg in dunkle Gefilde weisen konnte. Die gern als grell und oberflächlich erinnerten 80er besaßen mit Gothic auch eine unbunte Seite. Melodrama, Todessehnsucht, Vogelnestfrisuren … Nähert man sich dem Ursprung all dessen an, lässt sich die Wurzel auf einige wenige Platten reduzieren, zu denen in jedem Fall dieses sehr kühle Werk zählt. Eine hypnotisch repetitive Bassfigur, die etwas unheilvoll Kriechendes besitzt, prägt dabei den Hit, der die Platte und das Jahrzehnt überdauert hat: „A Forest“. Linus Volkmann
* Während der Entstehung des Albums stieg Robert Smith auch noch als Gitarrist bei Siouxsie And The Banshees ein und half dort bis 1984 immer wieder aus.

2_John_FoxxJohn Foxx
THE GARDEN
1981
Nachdem der Ex-Ultravox-Sänger auf METAMATIC 1980 noch versucht hatte, den Elektropop-Chefbot Gary Numan anzuzapfen, näherte sich Foxx auf seinem zweiten Album wieder dem Sound seiner alten Band an. Robin Simons (Ultravox, Visage) schroffe, scharf umrissene E-Gitarre spielte dabei eine wichtige Rolle. Das zielgerichtet eingesetzte „natürliche“ Instrumentarium und die zeitgenössischen Synthesizer fließen dank Produzent Gareth Jones (Depeche Mode, Wire) so zusammen, dass nichts überhängt. Am Ende waren es Foxx’ eindringlicher, manchmal melodramatischer Gesang, some Pianonoten-Streusel sowie die im ursprünglichen kulturhistorischen Sinne „romantischen“ Texte, die THE GARDEN zur (new) romantischen Platte machten. Heute klingt sie mehr noch wie eine weitere Wave-Gothic-Blueprintplatte. Oliver Götz
* Foxx bereiste zuvor das ländliche England, zudem bewunderte er die postapokalyptisch überwucherte Welt in J. G. Ballards Buch „The Drowned World“.

3_Modern_EnglishModern English
AFTER THE SNOW
1982
Mit einem besonders brüchigen Genre­grenzgänger hat man es beim zweiten Album dieser Band aus Südostengland zu tun. AFTER THE SNOW ist derart heterogen, unentschlossen, verwirrend, strauchelt fast zwischen Pop mit beinahe peinlichen Momenten und sturem Post-Punk – und wirkt genau deshalb so unwiderstehlich. Flötenmelodien von Pfadfindern auf großer Fahrt („Carry Me Down“), Stadionhymnen-Gitarrenriffs („Dawn Chorus“) und Rumpelrhythmen („Face Of Wood“) passen hier zusammen. Es müssen geniale Popbriten sein, die so ein wildes Allerlei verlötet kriegen. Der Überhit „I Melt With You“ stützt diese Annahme noch: gut vier perfekte Minuten. Jördis Hagemeier
* „I Melt With You“, 2004 wie so viele andere Wave-Post-Punk-Klassiker von den Bossanova-Franzosen Nouvelle Vague gecovert, handelt wie viele andere 80s-Songs vom Atomkrieg; ein Paar hat Sex dabei.

4_Duran_DuranDuran Duran
RIO
1982
Auf Duran Durans Idee von Wavepop hätte nie das Präfix „Dark“ gepasst, vielmehr dreht sich bis heute alles um eine stets leicht angegeilte Eleganz. Nach ihrer zweiten Platte, RIO, verschob sich der musikalische Fokus der Band hin zu rhythmusorientierten Stücken wie „The Reflex“. Doch in den frühen 80ern bestimmte ausagierter Synthiesound die Kulisse. In die Charts gelangte die Single „Hungry Like The Wolf“ allerdings erst mit Verzögerung. Das Album floppte zunächst, die dancelastige EP „Carnival“ wurde eingeschoben, bevor RIO in einer remixten Form erneut auf den Markt kam. Ab da war das Phänomen Duran Duran nicht mehr aufzuhalten – und die Ballade „Save A Prayer“ zeugt immer noch davon, welche Macht die Band innerhalb des Genres und weit darüber hinaus besaß. Linus Volkmann
* In der Romcom „Mitten ins Herz“ von 2007 über einen abgehalfterten 80er-Jahre-Popmusiker orientiert sich der Look von Hugh Grant stark an Simon Le Bon.



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