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Kritik

Die Serie „Run“ auf Sky: Alte Lieben sollte keiner aufwärmen, das ist nur traurig (und brutal)

So richtig überragende romantische Serien sind rar. Also die, bei denen sich nicht eine Klischee-Klatsche auf die nächste stapelt. Phoebe Waller-Bridges „Fleabag“ bekam das in den zwei Staffeln schon ganz gut hin. Die in Deutschland bei Amazon Prime Video laufende Serie erlaubte dreidimensionale, sich weiter entwickelnde Charaktere, die auch mal eine Sache sagen und im Laufe der nächsten Episoden etwas anderes meinen können. Und obendrauf auch noch locker den Bechdel-Test bestehen.

Doch die britische Golden-Globe-Gewinnerin Waller-Bridge ist nicht allein verantwortlich für den Erfolg des Formats über eine Frau, die versucht, wieder Oberwasser in ihrem Leben zu bekommen. Unterstützung bekam sie beim Drehbuchschreiben von ihrer Freundin Vicky Jones. Die beiden kennen sich schon lange – Jones führte noch bei dem Vorgänger zur Serie, dem Theaterstück „Fleabag“, Regie, das 2013 erstmalig in Edinburgh aufgeführt wurde. Danach folgten mit den Serien „Crashing“ und „Killing Eve“ weitere gemeinsame Projekte. Und nun bewegt sich Jones aus dem Hintergrund und präsentiert mit „Run“ eine erste, eigene Serie. Naja, zumindest übernimmt Phoebe Waller-Bridge hier nur eine kleine Rolle und sonst nur den Produzentinnenposten. Aber inhaltlich bietet das HBO-Format das, was aktuell so selten ist: eine wirklich solide, romantische Geschichte. Und als Extra gibt es noch etwas Grusel obendrauf.

Der Thrill in der Romantik

In „Run“ geht es um Ruby (Merritt Wever, im kleinen Rahmen dermaßen genial aufspielend wie in der Serie „Unbelievable“) und Bill (auch top, wie immer: Domhnall Gleeson) und die Frage, was man tun sollte, wenn sich urplötzlich die Jugendliebe wieder bei einem meldet, um es noch mal miteinander zu versuchen? Also eine wahnsinnig rosarote Ausgangslage, die einem hier von Jones präsentiert wird. Doch es soll längst nicht darum gehen, sieben Episoden seicht im Gefühlschaos dahinzuplätschern. Die zwei haben so einige, extreme Situationen zu meistern, die sich weit aus dem Genre-Fenster herauslehnen und immer mal wieder gen Thriller schielen.



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