ESC-Kosten Deutschland: Günstiger als ein einziger „Tatort“?
Als Teil der Big Five zahlt Deutschland jährlich hundertausende Euro für den ESC – und landet trotzdem hinten. Wie viel es wirklich kostet.
Deutschland schneidet beim ESC mal wieder schlecht ab – fast wie verflucht landen die deutschen Künstler:innen immer wieder auf den hintersten Plätzen. Und jährlich echauffiert sich die Rundfunkgebühren-Zahlende: Warum geben wir so viel Geld für eine Veranstaltung aus, bei der wir ohnehin verlieren? Wozu der teure Spaß?
Als Teil der sogenannten „Big Five“ steuert Deutschland einen der größten Beiträge zum Eurovision Song Contest bei. Zu diesen gehören außerdem Italien, Frankreich, Großbritannien und normalerweise Spanien – letzteres boykottiert den Contest dieses Jahr jedoch. Grund dafür ist Spaniens Kritik an der Kriegspolitik Israels, die ebenfalls am Eurovision teilnehmen.
Hauptsächlich Teilnahmegebühr
Ein Großteil der nationalen Ausgaben für den ESC besteht aus der Teilnahmegebühr. Diese ist nicht für alle Länder einheitlich, sondern richtet sich nach Reichweite und Nutzungsgrad der Sender, über die die Show ausgestrahlt wird. Allein aufgrund seiner Größe ist Deutschlands Beitrag also bereits deutlich höher als der manch anderer Länder. Aber wie hoch genau?
Dieses Jahr lag die Verantwortung zur Übertragung beim SWR. Dieser äußerte sich nicht genauer zu den Kosten, die laut „Saarbrücker Zeitung“ aber wohl auf rund 620.000 Euro kalkuliert werden. Konkreter wird es nicht.
Der NDR hingegen veröffentlichte Zahlen zur letztjährigen Übertragung: Insgesamt wurden 2025 etwa 472.000 Euro allein für die Teilnahme ausgegeben – alle weiteren Kosten nicht eingerechnet. Expert:innen gehen davon aus, dass die Gesamtausgaben deutlich unter einer Million liegen.
Ist der ESC ein Schnäppchen?
Auf den ersten Blick mag das eine stattliche Summe sein – zumal sie aus Rundfunkbeiträgen stammt. Im Verhältnis zu anderen Programmpunkten der öffentlich-rechtlichen Sender ist dieser Betrag jedoch fast schon günstig: Allein ein 90-minütiger „Tatort“ kostet mehr, nämlich rund 1,9 Millionen Euro. Neben dieser wöchentlichen Investition für die deutschen Krimi-Fans lässt sich das Großspektakel ESC einmal im Jahr vielleicht doch ins Rundfunkbudget einordnen.
Und sollte sich der deutsche Fluch der letzten Jahre weiterhin als verlässlich erweisen, bleiben zumindest die Kosten für das Finale erspart: Die Aufgabe – und Ehre – der Ausrichtung kommt stets dem Gewinnerland des Vorjahres zu. Dafür investiert die Gastgebernation jeweils rund 10–20 Millionen Euro aus eigener Tasche. Aber darüber muss man sich hierzulande ja erst einmal keine Sorgen machen.



