„I hope Tyga rapes you“: Chvrches‘ Lauren Mayberry wird von Chris Browns Fans massiv bedroht

Eigenen Angaben zufolge werden Chvrches online von Chris Browns Fans bedroht. In mehreren aufeinanderfolgenden Tweets teilte Lauren Mayberry, die Sängerin der Band, nun die aggressiven Nachrichten von Fans, die auf Chvrches‘ Distanzierung von dem Produzent Marshmello folgten.

Was war passiert? Anfang April 2019 erschien der Song „Here With Me“, für den Chvrches mit Marshmello zusammengearbeitet hatten. Über dessen folgende Kooperation mit Chris Brown und Tyga, die wegen unterschiedlicher Vorkommnisse bereits mehrfach der (sexuellen) Gewalt an Frauen bezichtigt wurden, zeigten sich die Schotten in einem Tweet „verwirrt“ und „besorgt“. Um solch ein Verhalten nicht zu unterstützen, sähen sich Chvrches dazu gezwungen, nicht nur von den Angeklagten selbst, sondern auch von deren Bekanntenkreis Abstand zu nehmen.

Als Reaktion auf dieses Statement bezeichnete Brown Lauren Mayberry, Iain Cook und Martin Doherty als „die Art von Menschen, von denen ich mir wünsche, sie würden vor einen fahrenden Bus laufen.“ Seine Fans legten eine ähnliche Aggressivität an den Tag, wie einige von Mayberry veröffentlichte Screenshots nun zeigen.

Darin wird die Sängerin nicht nur als „cunt“, „cracker whore“ und „bitch“ beschimpft, sondern außerdem damit bedroht, dass man ihr den Kopf einschlagen wolle und hoffe, dass Tyga sie vergewaltige, Chris Brown sie zusammenschlage und R. Kelly einen weiteren unappetitlichen Teil zur Misshandlung Mayberrys beitrage.

Zwar scheint es, als habe Mayberry zu Beginn versucht, die Kommentare an sich abprallen zu lassen. Inzwischen zeigt sich die gesamte Band aber besorgt um die eigene Sicherheit. In einem inzwischen gelöschten Twitter-Austausch mit Laura Snapes, die für den „Guardian“ schreibt, erklärte die Sängerin, man habe zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um sich vor eventuellen Angriffen zu schützen.

Selbst zuhause fühlten sich die Mitglieder der Band inzwischen nicht mehr sicher. „Wegen der Schwere der Drohungen, die wir erhalten haben, werde ich nach unserer Tour nicht in meine eigene Wohnung zurückkehren. Polizisten bewachen derzeit unsere Shows. Wenn es das ist, was ich verdient habe, nur weil ich gesagt habe, dass Mainstream-Musik sich moralisch bewusster geben sollte, dann ist das eben so“, so Mayberry.

Auch während ihres Auftritts beim Fortress Festival Ende April hatte sich die Sängerin der Band zu dem Disput geäußert: „Wir haben uns nicht wahllos dazu entschieden, auf Chris Brown herumzuhacken. Chvrches ist eine Band. Chvrches ist ein Geschäft. Chvrches ist eine Marke, mit der sich Menschen identifizieren, und deshalb müssen wir ehrlich und authentisch bleiben. Es wäre scheinheilig von uns, mit jemandem zusammenzuarbeiten und zu verschweigen, was dieser getan hat.“

Inzwischen sei Mayberry zu der Erkenntnis gekommen, dass die Reaktionen der Fangemeinde des R’n’B-Sängers die Position und Entscheidung der Band nur bestätigt hätten.  Man habe den Musiker ausschließlich darum gebeten, gewaltsame Übergriffe vor Heranwachsenden und Kindern nicht zu verharmlosen. Die Reaktion der Fans sei nun die Androhung von ebensolchen Übergriffen. „Eigentlich sollte ich mich fast bei euch dafür bedanken, dass ihr meine Vermutung bestätigt habt“, so Mayberry.

Marshmello selbst hat zu dem Thema bisher keine Stellung bezogen. Tyga hingegen erklärte in einem Instagram-Post: „Wir sind alle Kinder Gottes. Jeder macht Fehler und niemand ist perfekt. Lasst uns positive Energie verbreiten.“

Nachdem Brown, der mit Hits wie „Run It!“ große Charterfolge feierte, 2009 vor Gericht zugegeben hatte, seine damalige Freundin Rihanna zusammengeschlagen zu haben, wurde er Anfang 2019 erneut wegen eines angeblichen Übergriffs auf eine Frau in Paris angeklagt. Bisher bestreitet Brown die Tat vehement und veröffentlichte sogar Merchandise, mit dem er sich über das mutmaßliche Opfer lustig macht.

Tyga, der neben seiner Musik vor allem für seine ehemalige Beziehung mit Kylie Jenner bekannt ist, stand 2012 vor Gericht, weil ihm eine Frau vorwarf, sie bei dem Dreh seines „Make It Nasty“-Videos sexuell genötigt zu haben. Des Weiteren wird er beschuldigt unangemessene Nachrichten an eine Vierzehnjährige verschickt zu haben.


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