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Ein Dokumentarfilm über das Spannungsfeld zwischen kulturellem Anspruch und Wirtschaftlichkeit in der Festivalindustrie

Jan Josef Liefers: „Natürlich sind die Videos in ihrer Verkürzung undifferenziert“

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Nach der Social-Media-Aktion #allesdichtmachen, bei der sich 53 Schauspieler*innen in süffisant-ironischen Videoclips kritisch zu den Corona-Maßnahmen der Regierung geäußert haben, zogen viele Teilnehmende ihre Videos nach kurzer Zeit wieder zurück. Zu groß war der Shitstorm, den die kontroverse Kampagne mit sich gebracht hatte.

Auch „Tatort“-Schauspieler Jan Josef Liefers hat ein Video zu der Aktion beigesteuert und sich seither in einigen Medienformaten dazu geäußert – wie etwa bei der Radio-Bremen-Talkshow „3nach9“. Nun hat sich der Schauspieler zu einem Streitgespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn getroffen, das am Mittwoch (28. April) bei „Zeit Online“ veröffentlicht wurde.

Liefers: Ironie hätte nicht vermieden werden können

Jens Spahn sagte darin unter anderem: „Es ist ja nicht so, dass ich alles, was wir machen, für perfekt halte. Was mich allerdings wirklich stört, ist die vielfach behauptete These, wir hätten in unserem Land gleichgeschaltete Medien, die nur die Regierung beklatschen. Das hat mich auch in Ihrem Video geärgert, Herr Liefers.“

In Jan Josef Liefers‘ Videoclip bedankt sich der Schauspieler sarkastisch „bei allen Medien unseres Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich verantwortungsvoll und mit klarer Haltung dafür sorgen, dass der Alarm genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich ganz, ganz oben.“

Der 56-Jährige antwortete auf die Kritik des Gesundheitsministers: „Natürlich sind die Videos in ihrer Verkürzung undifferenziert. Und damit natürlich auch zum Teil ungerecht.“ Dennoch hätte der ironische Ton aufgrund der Kürze der Clips gar nicht vermieden werden können, so Liefers. Nichtsdestotrotz wisse er, dass sich viele Journalist*innen um Neutralität bei ihrer Arbeit bemühen würden.

„In der DDR wäre ich für so ein Video wahrscheinlich in den Knast gekommen“

Jan Josef Liefers sprach zudem über seine Kindheit und Jugend in der DDR – damals sei es für ihn ganz normal gewesen, dass man bei politischen und gesellschaftlichen Aussagen Gegenwind bekomme, erzählt er in dem „Zeit“-Artikel. „In der DDR wäre ich für so ein Video wahrscheinlich in den Knast gekommen. Aber auch das, was wir hier erleben, ist nicht schön“, meint er.

„Heute erklärt nicht mehr der gute alte Klassenkampf die Welt – heute gibt es einen Bubble-Kampf zwischen Angehörigen verschiedener Meinungsblasen.“ Er fügt hinzu: „Das führt zu einer nahezu totalitären Argumentation, bei der es ums Rechthaben, auch ums Zerstören des anderen Standpunkts geht.“

Zusammenfassend sagte der Schauspieler in dem Streitgespräch: „Ich will die Form dieser Kampagne gar nicht so verbissen verteidigen. Mir ist total klar, dass man sie vollkommen daneben finden kann. Aber eins lässt sich auch nicht von der Hand weisen: Irgendeinen neuralgischen Punkt haben wir berührt.“

+++Dieser Artikel erschien ursprünglich auf rollingstone.de+++


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