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K.I.Z sind „VIP in der Psychiatrie“ (Musikvideo)

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Nach „Rap über Hass“ liefern K.I.Z nun mit „VIP in der Psychiatrie“ den nächsten musikalischen Vorgeschmack auf ihr kommendes Album RAP ÜBER HASS. In dem dazugehörigen Videoclip endet eine Musiktherapie für die Rapper in einem blutigen Massaker.

Drei Rapper flogen übers Kuckucksnest

Dass Nico, Tarek und Maxim in ihren Texten immer wieder an die Grenzen des guten Geschmacks stoßen und die Kunst der Provokation perfekt beherrschen, haben sie innerhalb ihrer Karriere schon mehrere Male bewiesen. Aber wie ist es eigentlich um ihre mentale Gesundheit bestellt? Ihrer Selbstinszenierung in dem neuen Musikvideo zu „VIP in der Psychiatrie“ nach zu urteilen, scheinen sie nämlich von einem Aufenthalt in einer Nervenklinik nicht mehr weit entfernt zu sein. Als Patienten in der fiktiven Nervenheilanstalt „Birkenhain“, sieht man K.I.Z zu Beginn des Videos an einer harmlos wirkenden Musiktherapie teilnehmen. Doch dann kippt die Stimmung. Kurzerhand werden Mitarbeiter*innen der Klinik und ein Kamerateam attackiert und bestialisch niedergemetzelt. Im Anschluss toben sich die tollwütigen Rapper auf der Straße und in einem Filmstudio aus. Dabei hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung sowie einige leblose Körper.

Gewalt und Wortspiele

Ein K.I.Z-Song wäre kein K.I.Z-Song, würden die Rapper ihre Gewaltexzesse nicht mit ein paar intelligenten Wortspielen garnieren, die durchblicken lassen, was die Berliner unterschwellig sonst noch so umtreibt. Wenn Tarek beispielsweise rappt „Ramm‘ meine Zunge zwei Meter in deine Schwulenfresse“, zeigt er damit womöglich auf, welche verborgenen Triebe sich hinter einer homophoben Haltung verbergen können. Maxim treibt wiederum mit Zeilen wie „Ich bin auf dem Asphalt aufgeklatscht. Weil ich keinen Fallschirm öffne, der nicht zu mei’m Outfit passt“ eine zunehmende Oberflächlichkeit, wie man sie in der Influencer-, aber auch in der Rap-Szene beobachten kann, ad absurdum. Welche Folgen toxische Männlichkeit und patriarchisches Denken für eine politische Gesinnung haben können, bringt wiederum Nico auf den Punkt: „Gestern saß ich vor dem Wahl-O-Mat. „Was kam raus Bruder?“ Kalifat!“

Wer ist eigentlich Stunna666?

Aufmerksamen Zuschauer*innen wird vermutlich auffallen, dass die „Kannibalen in Zivil“ hier nicht wie üblich zu dritt in Erscheinung treten, sondern zu viert. Aber wer ist eigentlich der junge Mann, der den Refrain zu dem aktuellen Song beisteuert und dessen Stimme, nun ja, im Gedächtnis bleibt? Es handelt sich hierbei um Stunna666, der bereits auf K.I.Zs Vorgänger-Album UND DAS GEHEIMNIS DER UNBEGLICHENEN BORDELLRECHNUNG als Feature-Gast vertreten war. Sein bemerkenswertes Stimmvolumen konnte er auf dem Song „Autobahntunnelfischmenschen“ präsentieren. K.I.Z-Fans bezeichnen ihn bereits als den „Newcomer des Jahres“. Wir erinnern uns: Auf ihrer 2015 erschienenen Single „Hurra die Welt geht unter“ war ein damals noch nicht allzu bekannter junger Sänger namens Henning May von einer Band namens AnnenMayKantereit zu hören.


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