Kanye West: „Pornos sind Gaskammern“ und „Juden haben Hitlers Ruf zerstört“

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Ein weiteres Mal hat Kanye West sich in einem Interview am Montag (05. Dezember) antisemitisch geäußert und darüber sinniert, dass jüdische Menschen „Hitlers Ruf zerstört“ haben und Pornos „wie Gaskammern“ seien. Gemeinsam mit dem rechtsextremen Autor und Kommentator Gavin McInnes und Nick Fuentes, der den Rapper bei vielen seiner jüngsten Auftritte begleitet hat, spricht Ye (mal wieder) sexistisch sowie antisemitisch über seine Mitmenschen und die Vergangenheit.

McInnes ist vor allem als Gründer der „Proud Boys“, einer neofaschistischen Bewegung, deren ausschließlich männliche und meist weiße Mitglieder sich selbst von einer Auslöschung bedroht sehen und die in Neuseeland als terroristische Organisation eingestuft wurde, bekannt. Über seine Plattform „Censored.TV“ veröffentlichte McInnes die erste Folge einer Serie mit dem Titel „Saving Ye“. Die vollständige Sendung ist nur über ein kostenpflichtiges Abonnement zugänglich.

West darüber, dass die jüdischen Menschen Hitlers Ruf zerstört hätten

Zuletzt hatte West während seines „InfoWars“-Interviews mit Verschwörungstheoretiker Alex Jones behauptet, Hitler habe während des Holocausts keine sechs Millionen Juden getötet. Im selben Zuge hatte West die Gräueltaten des Nationalsozialismus verteidigt. McInnes nannte das Interview daraufhin „das verrückteste, punkigste Ding, seit die Sex Pistols aus der „Bill Grundy Show“ rausgeschmissen wurden“.

Auf die Frage, ob West die darauf folgenden Reaktionen als nachteilig für seine laufende Präsidentschaftskampagne betrachte, antwortete der Rapper am Montag: „Ich denke, es ist großartig für eine Präsidentschaftskampagne, jemanden zu haben, der ehrlich ist, der den Zustand der Welt versteht und der bereit ist, darauf zu hören, was das amerikanische Volk braucht.“

McInnes wies dann darauf hin, dass Hitler „einen ziemlich schlechten Ruf“ habe, worauf der Rapper geantwortet haben soll: „Nun, wer hat diesen Ruf geschaffen? Der wurde von jüdischen Menschen geschaffen.“ Dann wies er die Behauptung zurück, dass dieser Ruf entstanden sei, weil Hitler den Massenmord an den Juden während des Zweiten Weltkriegs genehmigt habe, und argumentierte, dass „einige [der Informationen über Nazi-Deutschland] falsch sind“ und dass „der Holocaust nicht der einzige Holocaust“ sei.

West: „Jüdische Personen, vergebt Hitler heute“

Im weiteren Verlauf des Interviews fragte McInnes West, wie er als hypothetischer Präsident der USA auf die Frage reagieren würde, was er „gegen diese Juden“ unternehmen würde. Berichten zufolge antwortete der Rapper: „Juden sollten für Christen arbeiten. Ich würde sofort einen Juden oder eine Jüdin einstellen, wenn ich wüsste, dass die Person kein Spion ist und ich das Telefon durchsuchen und der Person durch das Haus folgen und eine Kamera im Wohnzimmer aufstellen könnte.“

West fuhr fort, dass, sollte er 2024 zum Präsidenten gewählt werden, „die Regeln des Landes auf der Bibel basieren werden“. Er erklärte: „Jüdische Menschen können mir nicht vorschreiben, wen ich lieben darf und wen nicht. Ihr könnt euren Schmerz nicht allen anderen aufzwingen. Jüdische Personen, vergebt Hitler heute.“

Der Rapper bezeichnete Pornos als Gaskammer

Wie der „Rolling Stone“ berichtete, sagte West an einer Stelle des Interviews, dass es „eine geheime Absprache zwischen jüdischen Anwälten und Managern und allem anderen, was man sich vorstellen kann“ gebe, die „Amerika Pornos liefern“. Berichten zufolge verglich er die Medienform mit den Maßnahmen, denen jüdische Gemeinden im Zweiten Weltkrieg ausgesetzt waren, und nannte Pornografie „die Gaskammer“ und „einen stillen Killer“, der dazu diene, „uns zu verdummen“.

West behauptete dann, dass seine Ex-Frau Kim Kardashian benutzt werde, um Pornografie zu verkaufen und bezeichnete Frauen, die Pornos produzieren, als „Produkte der Pädophilie“. Es hieß, dass er die Zuschauer*innen dann anflehte, „für Instagram zu beten“ und äußerte, dass Frauen auf der Plattform „ihre Körper zeigen“ und ihre Eizellen einfrieren würden, weil sie „den Traum, einen Mann und Kinder zu haben“, nicht gelebt haben.

Bei West wurde nach eigenen Angaben 2017 eine bipolare Störung diagnostiziert. Kiss-Sänger Paul Stanley äußerte sich dahingehend vor wenigen Wochen, dass mentale Erkrankungen eine Krankheit seien, sie aber niemals die Gefahren von Hassrede, Antisemitismus oder Gewalt gegenüber Religionen oder Ethnien schmälern sollten.


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