Kanye West veröffentlicht neue Musik und verharmlost 400 Jahre Sklaverei

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Kanye West ist back out his coma . Das steht fest, seit der Rapper auf seinem wiederbelebten Twitter-Account gleich fünf neue, von ihm produzierte Alben und ein in Echtzeit geschriebenes Philosophiebuch ankündigte. Doch mit dem produktiven Ye geht seit jeher der übermotivierte, nonkonformistische Ye ein, dessen Aussagen irritieren und sogar verletzen können. So auch geschehen in den vergangenen Tagen.

Alle wichtigen Entwicklungen zu den Themen Trump, mentale Gesundheit, neues Album und vielen mehr, fassen wir hier einmal zusammen:

Kanye West über…

…sein neues Album

Ye hat sein neues, sieben Songs umfassendes Solo-Werk für den 1. Juni angekündigt – und anscheinend wie zuvor bei THE LIFE OF PABLO, das als SWISH und dann SO HELP ME GOD angekündigt wurde, den Arbeitstitel TURBO GRAFX 16 verworfen. Das zumindest suggeriert ein SMS-Screenshot, den er bei Twitter teilte.

Darauf zu sehen ist zunächst ein Polizeifoto von Jan Adams, dem plastischen Chirurgen, der die Operation an Kanye Wests Mutter Donda ausführte, an deren Komplikationen die Literaturwissenschaftlerin 2007 starb. West stellt dieses Foto als sein neues Albumcover vor und fragt seinen Freund Wes, ob ihm ein passender Titel dazu einfalle, denn West wolle nicht mehr hassen. Wes antwortet mit „LOVE EVERYONE“, West scheint begeistert.

https://twitter.com/kanyewest/status/990263790368256000

Jan Adams wendete sich übrigens daraufhin mit einem offenen Brief an Kanye West, indem er ihn darum bat, kein Foto, das ihn abbilde, für seine Arbeiten zu nutzen. West reagierte begeistert und antwortete via Twitter, er freue sich schon darauf, sich mit seinem „Bruder“ Jan Adams hinzusetzen und endlich den lange fälligen Heilungsprozess einzuleiten.

https://twitter.com/kanyewest/status/991060961170620416

Zwischen der Korrespondenz mit Adams veröffentlichte Ye kurzerhand auch noch zwei neue Tracks: das irritierende „Lift Yourself“ und das politisch aufgeladene „Ye vs. The People“ feat. T.I. – beide Tracks sind bereits im Stream verfügbar.

▶ Lift Yourself jetzt hier Spotify hören
▶ Ye vs. the People (starring TI as the People) jetzt hier Spotify hören

…Donald Trump

Kanye West hatte bereits vor einiger Zeit öffentlich verkündet, dass er Trump wie einen Bruder liebe und ihm seine Stimme bei den US-Präsidentschaftswahlen gegeben habe. Nachdem ihm nach erneuter Sympathiebekundung eisiger Wind aus der Black Community und der HipHop-Welt entgegenschlug, entschied sich der Rapper für weitere Provokation und zeigte sich nicht nur mit einer von Trump handsignierten „Make America Great Again“-Cap, sondern kritisierte Barack Obama und hinterfragte den afroamerikanerfreundlichen Kurs der Demokratischen Partei. In in der Zwischenzeit gelöschten Tweets zeigte West, wie ihn daraufhin sein langjähriger Freund John Legend zur Räson aufruft und ihn daran erinnert, dass es mit US-Präsident Lyndon Johnson ein Demokrat war, der den Voting Rights Act und den Civil Rights Act in den 1960er-Jahren unterzeichnete und damit die ersten Erfolge des Civil Rights Movements um Martin Luther King ermöglichte.

In zwei über das Wochenende veröffentlichten Interviews versucht West seine Aussagen und seine Sympathie gegenüber Trump einzuordnen: Er stehe immer auf der Seite der Außenseiter, erklärt er in einem knapp zweistündigen Interview mit Charlamagne The God. Trump, so West, sei vor seiner Präsidentschaft einer der meist zitierten Prominenten im HipHop gewesen. Snoop Dogg, der vor einiger Zeit mit einem geschmacklosen alternativen Albumcover, das Trumps aufgebahrte Leiche zeigte, für Aufsehen sorgte, habe Trump geliebt, versichert West. Auch wenn er nicht mit den politischen Entscheidungen Trumps einverstanden sei, so hält er es für heuchlerisch nun dermaßen gegen Trump zu wettern, erklärt West. Trump sei für ihn ein Beispiel, dass das Unmögliche möglich sei, das Tragen der „Make America Great Again“-Cap ein Zeichen des Aufbegehrens.

… über Sklaverei

Der Punkt, der West gerade am meisten um die Ohren fliegt. Kurz nachdem das intensive Interview mit Charlamagne veröffentlicht wurde, besuchte Ye die Redaktion des Online-Klatschportals TMZ. Auf seine Vorbildsfunktion für die Black Community und den HipHop angesprochen, sagt West, er stehe für viel mehr als die Black Community und den HipHop, er stehe für die Welt. In dieser Welt werde seit 400 Jahren über Sklaverei gesprochen. „400 Jahre, das klingt für mich nach einer Wahl“, ließ der Rapper wissen. Die schwarze Bevölkerung der USA sei mental inhaftiert, ihre freien Gedanken würden unterdrückt.

Bereits in der TMZ-Redaktion regte sich Widerstand, eine Redakteurin warf West vor, überhaupt nicht zu denken. Nachdem Bürgerrechtsbewegungen und afroamerikanische Politiker seine Aussagen aufs Schärfte verurteilten, versuchte West zu relativieren: Ihm ginge es darum aufzuzeigen, dass die schwarze Bevölkerung nun einen freien Willen benötige, ansonsten werde sie weitere 400 Jahre mental versklavt.

https://twitter.com/kanyewest/status/991466506725744642

… seine mentale Gesundheit

Im Herbst 2016 brach Kanye West seine laufende „Saint Pablo“-Tour aufgrund eines Nervenzusammenbruchs ab und ließ sich stationär behandeln. Lange wurde über seine genaue mentale Verfassung gemutmaßt, im Interview mit Charlamagne und später mit TMZ klärt Ye alles ein für alle mal auf.

Er habe unter Minderwertigkeitskomplexen gelitten, sich fett gefühlt und einer Fettabsaugung unterzogen, in deren Anschluss er abhängig von Schmerzmitteln wurde. Er habe sich verfolgt und unterdrückt gefühlt, was schließlich zu seinem Nervenzusammenbruch auf Tour geführt habe. Er sieht diesen Zusammenbruch jedoch mehr als Durchbruch, so West, konnte er durch die Erfahrungen im Krankenhaus und Gespräche mit Freunden und Familie wieder zu sich kommen.

Das komplette Interview mit Kanye West, geführt von Charlamagne The God, indem es des Weiteren um Yes neueste Businessideen, seine Beziehung zu Barack Obama und seine Liebe zu seiner Familie geht, könnt Ihr Euch bei YouTube oder auf der Website wegotlove.com ansehen.

kanye west / charlamagne interview auf YouTube ansehen


Kanye West soll wieder geheiratet haben
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