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Morrissey verteidigt Rassismus und bekennt sich zu Rechtsextremisten

Nach seinem aufsehenserregendem und kontrovers diskutiertem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel, rief Morrissey einen Medienboykott aus. Die Presse schreibe ohnehin nur das, was sie selbst lesen wolle und höre ihm gar nicht richtig zu, so der Sänger. Doch anscheinend hat der 58-jährige Querdenker bemerkt, dass, wenn er die Presse aus seiner Gedankenwelt ausschließt, seine – aus seiner Sicht – weisen Worte zu Themen wie Migration, Islam und Tierrecht nicht verbreitet werden können. Also hat sich Morrissey kurzerhand von einem Fan namens John Riggers für seine Website Morrissey Central interviewen lassen – und heaven knows we’re miserable now.

In dem scheinbar endlosen Interview – indem der Interviewer Morrissey auch reichlich Honig um den Mund schmiert und an mehreren Stellen erwähnt, dass aus seiner Sicht die Songs auf LOW IN HIGH-SCHOOL besser seien als jeder The-Smiths-Song – greift Morrissey so viele sensible Themen auf und schockiert dabei mit so konfusen Vergleichen und Aussagen, dass wir um eine klare Gliederung nicht herumkommen:

Morrissey über: den Brexit

Ist aus seiner Sicht ein „dead issue“, da die EU ihn niemals zulassen wird. Morrissey, der in einem Satz davon spricht, ihm sei seine Zustimmung für den Brexit nur in den Mund gelegt worden, nimmt sich im nächsten Satz die Freiheit für das britische Volk zu sprechen und sagt, es wolle aus der EU ausscheiden, er wisse das. Dass der als Agitator auftretende Morrissey in seinem Leben noch nie gewählt hat und somit niemals am politischen Leben teilgenommen hat, ist eine kleine, aber feine Randnotiz. Schließlich bringt Wählen seiner Meinung ja auch nichts, die Eliten (Achtung, Verschwörungstheoretikerfutter!) würden jegliche Wahl unterwandern und Demokratie unmöglich machen. Die Frage hierbei ist jedoch: Wie konnte es denn dann überhaupt zum „Leave“-Ergebnis im Referendum kommen, wenn die Wahlen sowieso nicht die Wahrheit repräsentieren?

Morrissey über: Rassismus

Der Vorwurf des Rassismus sei, so Morrissey, nichts weiter als die letzte Patrone „verrückter Linker“, die nicht zugeben wollen, dass sie genauso denken, da es sich für ihr Weltbild nicht schickt. Oder in seinen Worten: „When someone calls you racist, what they are saying is ”hmm, you actually have a point, and I don’t know how to answer it, so perhaps if I distract you by calling you a bigot we’ll both forget how enlightened your comment was.” Übrigens war Hitler, der alte Rassist und Massenmörder, eigentlich ein linker Politiker – sagt Morrissey. Danke für die Geschichtsstunde.

Morrissey über: den Islam

Morrisseys neuer Todesfeind: Halal-Fleisch. Verwundert im ersten Moment nicht, ist der Sänger doch seit Jahrzehnten für seinen Kampf für Veganismus und mehr Tierrechte bekannt. Da kann ihm das rituelle Schlachten durch Ausbluten der Tiere nur ein Dorn im Auge sein. Eine Linie zwischen Halalschlachtern und IS-Anhängern zu ziehen, übertritt jedoch eine deutliche moralische Grenze.

Morrissey über: die rechtsextreme britische Partei For Britain

Endlich habe er eine Partie gefunden, von der er sich repräsentiert fühlt, so Morrissey. Dass For Britain von der ultra-nationalistischen Politikerin Anne Marie Waters gegründet wurde, nachdem sie bei den Rechtspopulisten UKIP rausflog und von Ex-Parteichef Nigel Farage als „Nazi und Rassistin“ bezeichnet wurde, und den Großteil ihrer Mitglieder aus den verfassungsfeindlichen Splitterparteien British National Party und English Defence League rekrutieren, scheint Morrissey insofern auszublenden, da es ihm angeblich nur um eine Sache geht: For Britain sei die einzige Partei Großbritanniens, die in ihrem Parteiprogramm den Kampf für Tierrechte anspricht. So leicht wird es also lupenreinen Rechtsextremen heutzutage gemacht, Personen des öffentlichen Lebens für ihre Sache zu gewinnen.

Morrissey über: The Smiths

War eine schöne Zeit, aber eigentlich immer nur eine okaye Band, in der er sich nicht vollständig ausdrücken konnte. Sein Solokram (aber auch erst nach KILL UNCLE) ist der real deal.

Morrissey ist sich sicher, dass er sich für keine seiner getätigten Aussagen rechtfertigen müsse. Schließlich spräche er nur Fakten aus, daran könne kein „Der Spiegel“ (der durch die Veröffentlichung seines Interviews aus „echtem Hass“ ihm gegenüber gehandelt habe) oder „The Guardian“ (der ihn für seine Aussage, Chinesen seien eine „Sub-Spezies“ an den Pranger stellte) etwas ändern.

Das komplette Interview, in dem Morrissey ferner Londons (muslimischen) Bürgermeister Sadiq Khan aufgrund seiner Aussprache die intellektuelle Reife für sein Amt abspricht und den Behörden unterstellt, Verbrechensdetails bewusst unter Verschluss zu halten, um political corectness zu wahren, könnt Ihr auf der Website Morrissey Central lesen.

 


Morrissey trägt bei Fallon-Auftritt Anstecker rechtspopulistischer britischer Partei
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