Kanye West uriniert auf seinen Grammy Award

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Kanye West scheint weiterhin aus seinen Plattenverträgen, die ihn „versklaven“, rauskommen zu wollen. Am Mittwoch postete er in vielen Tweets die Seiten seiner Verträge.

„JEDER BEI UNIVERSAL UND VIVENDI VERSTEHT BITTE, DASS ICH ALLES IN MEINER RECHTLICHEN KRAFT TUN UND MEINE STIMME VERWENDEN WERDE, BIS ALLE KÜNSTLERVERTRÄGE GEÄNDERT WERDEN, BEGINNEND DAMIT, MEINE ORIGINAL-AUFNAHMEN FÜR MEINE KINDER ZU BEKOMMEN, WERDE ICH NICHT AUFHÖREN, ICH VERSPRECHE EUCH, ICH BIN SEHR KLEINLICH UND SEHR PERSÖNLICH.“

In einem späteren Tweet warnte Kanye: „VERTRAUT MIR, ICH WERDE NICHT AUFHÖREN BIS ALLES FAIR IST.“ Um diesen Punkt zu illustrieren, veröffentlichte er ein Video von sich selbst, wie er auf eine Grammy-Trophäe urinierte. „VERTRAUT MIR… ICH WERDE NICHT AUFHÖREN“, las die Bildunterschrift.

Erst vor zwei Tagen drohte Kanye West keine Musik mehr zu veröffentlichen, bis er aus seinen Verträgen bei Sony und Universal entlassen ist.

Kanye befindet sich seit mehreren Jahren im Clinch zu Universal und Sony. Anfang 2019 reichte er gegen beide Unternehmen Klagen wegen unbezahlter Lizenzgebühren und verletzter Eigentumsrechte ein. Er behauptete, seine bestehenden Verträge mit Universal und Sony seien eine Knechtschaft und er habe das Recht, „von [ihren] Anleihen befreit zu werden“. Seine Anwälte wiesen auf ein kalifornisches Gesetz hin, das persönliche Dienstleistungsverträge auf nicht mehr als sieben Jahre beschränkt.

Immer wieder fällt der Rap-Superstar mit Twitter-Tiraden und merkwürdigen Aussagen und Auftritten auf. Wie viel davon von seiner bipolaren Störung beeinflusst wird, lässt sich von außen nicht beurteilen. Die Krankheit, bei der sich manisch-euphorische Phasen und depressive Phasen abwechseln, wurde 2016 bei West festgestellt.

Seine publikumswirksamen Tweets und die angestrebte Präsidentschaftskandidatur sollten also mit Vorsicht genossen werden. In euphorischen Phasen fühlen sich Erkrankte unbesiegbar und neigen zu Größenwahnsinn. Seine Frau Kim Kardashian West hat in der Vergangenheit um mehr Verständnis für die Auswirkungen der Krankheit ihres Mannes gebeten.



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