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Krypto-Aktivist*innen verbrennen einen Banksy – um seinen digitalen Wert zu steigern

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Banksy selbst könnte Gefallen an dieser Aktion finden: Mitglieder einer Blockchain-Firma kauften ein Original-Werk des Streetart-Künstlers für viel Geld, um es anschließend vor laufender Kamera in Flammen aufgehen zu lassen. Die Aktion bewegt sich dabei irgendwo zwischen Tech- und Kunst-Aktivismus.

Ein Banksy steht in Flammen

Hinter der Aktion steckt die Gruppe „Injective Protocol“, die eine sogenannte DeFI-Plattform („dezentrale Finanzierung“) betreibt. In einer New Yorker Galerie wurde das Bild offenbar für 95.000 Dollar gekauft. Wenig später wurde es dann in einem in einem nun veröffentlichten Video, das auf dem Twitter-Account „BurntBanksy“ und auf YouTube erschien, mit einem Feuerzeug in Brand gesteckt.

Ein maskiertes Mitglied der verantwortlichen Gruppe erklärt dabei die Motivation hinter der Aktion: „Die Aktion soll als Inspiration dienen. Wir möchten Technologie-Enthusiast*innen und Künstler*innen inspirieren.“

Bei dem ersteigerten Werk handelt es sich um das Bild „Morons“ („Trottel“) aus dem Jahr 2006, das sich kritisch mit einer traditionellen Kunst-Auktion auseinandersetzt. Abgebildet ist ein gefüllter Auktionssaal, in dem die Bietenden um ein Bild wetteifern, auf dem geschrieben steht: „Ich kann nicht glauben, dass ihr Trottel diesen Mist wirklich kauft.“

Was ist „NFT“-Kunst?

Konkret geht es bei der Vernichtung von Banksys physischem Original um eine Wertverschiebung des Kunstwerks in die digitale Welt, wo das Kunstwerk weiterhin existiert und in Form eines „NFT“ (Non-fungible Tokens) ersteigert werden kann. Bei NFTs handelt es sich, grob zusammengefasst, um digitale Vermögensgegenstände oder Wirtschaftsgüter in Form von „nicht austauschbaren“ Dateien mit Echtheitszertifikat. Bezogen auf den Kunstbereich geht es um eine neue Form der Authentifizierung von Kunstwerken, die rein digital erhältlich sind. Da NFTs nicht repliziert werden können, sind sie sehr selten, woraus sich für Sammler*innen wiederum ein abschätzbarer Wert ergeben soll. Während diese Art des „Kunstbesitzes“ auf die meisten Sammler*innen noch befremdend wirken mag, so ist sie für andere bereits Realität. Insofern betrachten sich die Aktivist*innen von „Injective Protocol“ als Pioniere einer digitalen Transformation von Kunst.

Die Galerie, in der das Banksy-Original ursprünglich erstanden wurde, gab zu der Aktion folgendes Statement ab:

„Obwohl wir die Zerstörung seltener und wichtiger Kunstwerke nicht unterstützen, verstehen wir, dass Bedeutung und Kontext der physischen Performancekunst in die Welt der digitalen Kunst und der NFTs übersetzt und erweitert werden können.“

In der Kommentarspalte unter dem Video gehen die Meinungen zu der Aktion auseinander. In einem Kommentar heißt es: „Willkommen in einer Welt, in der das Zerstören und Digitalisieren von Informationen aus der realen Welt das Potential hat, mehr Wert zu kreieren. Klingt gefährlich.“

Banksy könnte die Aktion gefallen

Dass das Mysterium Banksy mit der Zerstörung seiner Werke keine Probleme zu haben scheint, machte er selbst durch eine Aktion deutlich, welche die Kunstszene weltweit vor den Kopf stieß. Nachdem sein Werk „Girl with Balloon“ im Jahr 2018 für über eine Million Pfund versteigert wurde, ließ er das Bild durch einen Mechanismus zur Hälfte schreddern. Die Aktion, um die sich bis heute verschiedene Theorien ranken, wurde weitläufig als Kritik gegenüber der Absurdität der Kunstwelt betrachtet.

 

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Am 23. März soll wieder ein Banksy unter den Hammer kommen. Das ein Quadratmeter große Gemälde „Game Changer“ ist ein Tribut Banksys an die Arbeit des Pflegepersonals während der Corona-Pandemie. Der geschätzte Wert liegt aktuell zwischen 2,9 und 4,1 Millionen Euro und soll nach der Auktion dem Personal des britischen Gesundheitsdienstes (NHS) gespendet werden.

 

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