Künstlerin der Woche

Künstlerin der Woche: Helena Hauff

Dass eine bekennende Raucherin wie Helena Hauff ihr neues Album QUALM nennt, zeugt einerseits von ihrem feinen Humor. Kaum ein Pressefoto, auf dem sich die Hamburgerin nicht mit Kippe präsentiert, während ihrer energetischen Clubsets wippte zwischen ihrem wild umherfliegenden, schwarzen Haar immer auch das glimmende Ende ihrer Zigarette zum Beat.

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In Zeiten von Gesundheitswahn und Healthy Living ist der DJ-Lifestyle zwischen Rauchschwaden und Tequila die gesellschaftliche Antithese. Irgendwie oldschool – so wie Hauff und ihr Sound, den sie wie auf ihrem Debüt DISCREET DESIRES immer noch hauptsächlich durch analoge Drum Machines und Synthesizer generiert.

„Here’s the album. Hope you like it, it’s raw“

Das englische Wort QUALM steht andererseits übersetzt aber auch für das unbehagliche Gefühl des Zweifels, der Sorge oder Angst – besonders im Bezug auf das eigene Verhalten. Wobei sich dieses Gefühl in Helena Hauffs roughem Sound augenscheinlich wohl kaum widerspiegelt. Mit ihrem Mix aus Acid Techno, Electronic Body Music und Industrial wird sie als Postergirl des Electro-Revivals gefeiert. Von ihrer Homebase aus, dem Hamburger Golden Pudel Club, füllt sie damit mittlerweile Clubs auf der ganzen Welt.

„Here’s the album. Hope you like it, it’s raw“ kündigte Helena Hauff QUALM, das am Freitag erscheint, bei ihrem Label Ninja Tune in einer simplen Mail an. Der düstere Kurzfilm, den sie vorab veröffentlichte, spricht definitiv dafür:

„Auffällig auf Hauffs zweitem Album QUALM ist die Fokussierung auf/die Inszenierung von Beats und Drums, die vor allem in der ersten Hälfte eine tribalistische Sogwirkung entfachen“, bilanzierte ME-Chefredakteur Albert Koch in seinem Review.

Für unsere aktuelle Sommerausgabe hat er die Hamburgerin zum Interview getroffen und mit ihr über die Absurdität des Feierns, „weird shit“ und die Liebe zu Vinyl gesprochen.

Hier ein Auszug aus dem Interview:

Musikexpress: Die Einflüsse, die deiner Musik zugeschrieben werden, Elektro, ein bisschen Detroit Techno, EBM, Industrial. War das die Musik, die du früher gehört hast oder noch hörst? 



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