Notizen aus dem Sumpf

Der 53jährige Dr. John besinnt sich auf die Popmusik der 40er Jahre.

Als Mac Rebennack alias Dr. John bei einem Gig des Jazzrock-Gitarristen Tom Scott gastierte und dabei dessen Komposition ‚So White And So Funky‘ intonierte, besang der Mann mit der unvergleichlich fetten Kröte auf den Stimmbändern eigentlich sein eigenes Leben: „Wie kann ich so weiß und trotzdem so fuuunky sein???“ Schon als kaum Volljähriger hatte er im New Orleans der 50er Jahre auf Sessions schwarzer R&B-Größen die Gitarre oder den Baß bedient, bis man ihm einen Finger durchschoß und er auf das Klavier umsatteln mußte. Eine drogenbedingte Flucht trieb ihn ins liberale Kalifornien, wo er als Bandleiter des Pop-Duos Sonny & Cher jobbte, bevor aus Mac Rebennack endlich Dr. John wurde: Mit der geborgten Identität eines sagenumwobenen Voodoo-Heilers aus der Sumpfmetropole veröffentlichte er ab 1968 ein paar herrlich Hexenzauber-durchtränkte Soloalben. Doch schon 1972, mit ‚Gumbo‘, legte er Voodoo-Touch und Hexenzauber ad acta. Sein Sound ist seitdem ein ganz und gar weltlicher, der sich aus den Komponenten Blues, Jazz, R&B und Funk speist und auf ‚Afterglow‘ zu einer traumhaft sentimentalen Bigband-Reise durch die Popmusik der 40er Jahre einlädt.

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