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ME-Helden

Pearl Jam: Die Geschichte des Eddie Vedder (und der buntesten Bühnenhemden)

Wenn man sich frühe Fotos von Pearl Jam ansieht, als sie gerade noch Mookie Blaylock heißen oder vielleicht auch schon Pearl Jam, also um Ende 1990, Anfang 1991, aber auf jeden Fall schon mit diesem Freak aus San Diego als Sänger, Eddie Vedder, von dem keiner weiß, was man von ihm halten soll, weil ihn niemand wirklich kennt, der aber von ihrem Kumpel Jack Irons, ehedem Drummer bei den Red Hot Chili Peppers, empfohlen wurde und der so brütend und ernst wirkt, dass man es fast nicht aushält in seiner Gegenwart. Wenn man also diese Fotos sieht, realisiert man, wie verdammt jung die alle sind. Klar, ist immer so: Unschuldige Gesichter blicken erwartungsfroh in die Kamera. Was kostet die Welt?

Ein zweiter Blick offenbart, wie unglaublich scheiße sie angezogen sind. Von dem mühelosen Cool von Mudhoney keine Spur. Auch nicht von dem hypnotischen Hobo Chic eines Kurt Cobain, also dem Look, den das kleine Label Sub Pop erfolgreich zelebriert, um Seattle auf die Karte zu packen. Pearl Jam sehen aus, als hätte Boy George versucht, eine Rockband anzuziehen. Sie tragen Klamotten, die der letzte Schrei sind in all den Dritte-Welt-Läden, in denen man sich auch Dreadlocks machen lassen kann. Grob gewebte Pullis mit Kapuzen und aufgenähten Bauchtaschen. Ballonmützen, die so ohne Worte sind, dass man sich nicht einmal die Mühe machen will, auf Google herauszufinden, wie der korrekte Ausdruck für sie lautet.

Als Mucker verschrien

Wenn man zurückblickt auf diese Tage der Unschuld, legt man damit den Finger in die Wunde, isoliert das intrinsische Problem von Pearl Jam: Ihnen fehlt die Glaubwürdigkeit, in einer Zeit, in der das noch die ganze Miete ist. Sie kommen aus Seattle, aus der Sub Pop Rock City, man nimmt sie als Grungeband wahr, sie sind zumindest in Teilen Veteranen der Szene. Aber richtig dazugehören tun sie nicht, zumindest nicht zu den cool kids, die für die Schlagzeilen sorgen und über die alle Welt redet, seitdem Everett True vom „Melody Maker“ 1989 begann, Mudhoney und Co. einen Heiligenschein zu schreiben. In seinen Tagebüchern mokiert Kurt Cobain sich über die Mitläufer. „Mir wäre es lieb, wenn wir nicht mehr mit Pearl Jam (…) und anderen Ersttätern in Verbindung gebracht würden“, schreibt er.



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