Poesie und Musik

Im richtigen Beat: William S. Borroughs, grenzerfahrener US-Literat der frühen Sechziger, hatte noch nie musikalische Berührungsängste. Einst gastierte er in Laurie Andersons „Home Of The Brave“, jetzt hat er sich auf die jüngere Generation eingegroovl. Burroughs spricht ausgewählte Texte auf CD zu Rhythmen der Disposable Heroes Of Hiphophrisy. „Spare Ass Annie And Other Tales“ (BMG) ist ein Hörspiel der anderen Art — unterlegt von unterkühlten Dancefloor-Klängen sorgt die brüchige Stimme des alten Helden für zynische Endzeitstimmung mit klassischen Passagen aus dem Borroughs’schen Zwielicht von „Naked Lunch“ bis „The Junky’s Christmas“. Doch das ist nicht alles zur Weihnachtszeit. Rück-gekoppelt mit einer Gitarrenorgie von Kurt Cobain erschien auf dem amerikanischen Indie-Label „Tim Kerr Records“ unlängst schon Borroughs Festvortrag „The ‚Priest‘ They Called Him“. William S. Borroughs ist übrigens nicht der einzige Beat-Poet, den die Spätgeborenen für ihre neuzeitliche Kunst wiederentdeckt haben. Meister Bono traf sich unlängst mit Dichter Allen Ginsberg zum kreativen Tete a Tete und Japans Jazz-Hopper UFO. sampelten auf ihren Debüt „On The Road“-Autor Jack Kerouac.

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