Beck Colors


Capitol/Universal (VÖ: 13.10.)

Nicht, dass Herr Hansen nach dem gefeierten MORNING PHASE (2014) einen Stilwechsel vollzieht, ist das Problem. Das ist ja vielmehr der Markenkern des kalifornischen Postmodernisten, ohne den wir heute noch mit dem Begriff „eklektisch“ herumfuchteln würden wie ein Einarmiger mit ’nem Kajakpaddel. Dass sein neues Album sich an den Zeitgeist ranschmeißt, das ist das Problem. Und zwar so aggressiv, dass nach ersten Hörproben echtes Entsetzen in den Gesichtern gestandener ME-RedakteurInnen zu erkennen war.

Was COLORS, das sich ja schon länger durch die beiden merkwürdigen Singles „Dreams“ (penetrant) und „Wow“ (albern, aber unterhaltsam) angekündigt hatte, offensichtlich sein möchte: aktionistisch kurzweiliger, Sounds-und-Gimmicks-gestopfter, extrem komprimierter PWR-Pop, der sich in eine angenommene Marktlücke zwischen Carly Rae Jepsen, OK Go und Tame Impala (die aktuellen) zu quetschen versucht. Was COLORS dadurch aber geworden ist: nix als nett und flach und beliebig an- und ausschaltbar, allein mit der eigenen Aufmerksamkeitskontrolle … Was, wie der Produzent heißt? Stimmt, lasst uns in Greg Kurstin (Sia, Kylie, Foo Fighters) den Sündenbock finden! Der sollte sich Beck ab sofort nicht unter 200 Metern nähern dürfen.

 


ÄHNLICHE KRITIKEN

The Chemical Brothers :: No Geography

Retro-Dance zwischen Sample-Orgie, Big Beats und Hi-NRG.  

Beck :: Morning Phase

Mehr Klangidee als komplettes Songwriteralbum: Unser großer Popfreund aus den 90er-Jahren findet im Orchester-Sound Balsam für seine Seele.

Stephen Malkmus and the Jicks :: Senator

Der eine produziert, der andere macht die Musik. Beck und Stephen Malkmus, die zwei Indie-Superstars der Neunziger, arbeiten zusammen. Warum...


ÄHNLICHE ARTIKEL

Beck kündigt 14. Studioalbum „HYPERSPACE“ an

Die erste Single „Saw Lightning“ produzierte Pharrell Williams.

So haben sich Beck, Patti Smith und Billie Eilish von „Roma“ inspirieren lassen

Hört hier Becks Version von „Tarantula“ im Stream.

Die 8 größten Album-Enttäuschungen 2017

Nein, dies sind nicht die „schlechtesten“ Platten des Jahres, aber es sind acht Tonträger, von denen sich die Redaktion des Musikexpress definitiv mehr erwartet hatte.


Beck kündigt 14. Studioalbum „HYPERSPACE“ an
Weiterlesen