Buffalo Tom  Quiet And Peace 


Schoolkids / H'art

Die Band aus Boston war Ende der 80er Teil der großen Indie-Rock-Generation von der US-Ostküste, doch während die Lemonheads oder Dinosaur Jr. auch ihren zerstörerischen Kräften freien Lauf ließen, behielten Buffalo Tom die Kontrolle. Das Trio führte lieber die amerikanische Rock-Tradition fort, als sie über den Haufen zu lärmen. Bis zur 1995er-Platte SLEEPY EYED (die mit dem Jahrhundertsong „Summer“) waren Buffalo Tom eine heiße Ware, dann wurde die Band müder: Anfang der Nullerjahre gab es eine lange Pause, seitdem erscheinen neue Alben in mehrjährigen Abständen.

QUIET AND PEACE trägt die Sehnsucht nach Ruhe bereits im Titel, das Jaulen der Gitarren ist nur noch selten zu hören; die Stimme von Sänger Bill Janovitz erreicht nicht mehr die Register von früher, dabei wartete in den hohen Lagen die verzweifelte Euphorie, die alte Buffalo-Tom-Songs so großartig machte. Stattdessen spielt die Band Power-Pop-Americana, wie ihn auch Bob Mould oder The Hold Steady draufhaben, „All Be Gone“ klingt wie eine Radiosingle von Pearl Jam. Enttäuschend sind die Balladen, viele davon geschrieben und gesungen von Bassist Chris Colbourn, der leider eine sehr langweilige Stimme hat. Toll hingegen die Version von Paul Simons „The Only Living Boy In New York“: Wie wäre es mit einer 7-Inch mit „Mrs. Robinson“ von den Lemonheads auf der anderen Seite? 

Klingt wie: Buffalo Springfield: Buffalo Springfield Again (1967) / Bob Mould: Workbook (1989) / Blitzen Trapper: Wild And Reckless (2017) 


Die schönste Fußnote der Rockgeschichte: Vor 20 Jahren erschien Semisonics „FEELING STRANGELY FINE“
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