Come Peel Sessions


Fire Records/Cargo (VÖ: 25.2.)

von

Thalia Zedek hatte gerade das Ende der Noise-Band Live Skull miterlebt, Chris Brokaw trommelte auf dem Debüt von Codeine. Zwei Mal New York also, aber die Gründung von Come fand 1990 ein paar Hundert Kilometer entfernt in Boston statt. Brokaw spielt nun sein Lieblingsinstrument Gitarre, so wie auch Zedek, die den Gesang übernimmt.

Da treffen Welten aufeinander: Er einer der Pioniere der Indie-Rock-Langsamkeit, sie stürzte sich in den nihilistischen No Wave inklusive Drogensucht. Die Rückkehr in die alte Heimatstadt Boston war also Flucht wie Neustart zugleich. Nicht ablegen aber konnte die Zedek ihren von Blues inspirierten, harten und intensiven Gitarrenstil, das komplexe Songwriting mit einer deutlichen Abneigung zu freundlichen Melodien.

30 Jahre später lässt sich die Mischung aus furiosen Gitarrenduellen und dunklen Balladen immer noch gut anhören

Von allen Seiten gab es Lob, aber Come konnten nie aus dem Schatten von Sugar, Sonic Youth, Nirvana oder Dinosaur Jr. treten, blieben ein Insidertipp. John Peel hatte sie trotzdem schnell auf dem Radar, und schon zwei Jahre nach der Gründung und mit dem Erstwerk ELEVEN: ELEVEN im Gepäck ging es 1992 ins BBC -Studio in London. Eine zweite Session folgte schon ein Jahr später.

Während Come die vier ausgewählten Tracks vom Debüt beim ersten Besuch noch harscher und dunkler interpretieren, eine gewaltige Wall Of Sounds aufbauen, präsentiert sich das US-Quartett bei der zweiten Session bis auf die aggressive Grunge-Nummer „Sharon vs. Karen“ deutlich aufgeräumter, das Lied „Wrong Side“ könnte man fasst als anmutig bezeichnen. 30 Jahre später lässt sich die Mischung aus furiosen Gitarrenduellen und dunklen Balladen immer noch gut anhören.


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