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Conrad Keely Original Machines


Superball Music/Sony VÖ: 22. Januar 2016

Typisch Conrad Keely! Anstatt seinem ersten Soloalbum eine Biografie beilegen zu lassen, lieferte er einen Pressetext in Form eines kilometerlangen Interviews mit sich selbst ab. Da ist natürlich Vorsicht geboten, denn in der Vergangenheit lancierte der Frontmann und Gitarrist der Alternative-Prog-Rocker …Trail Of Dead gerne mal selbst verfasste Falschmeldungen, die immer noch im Netz herum geistern. Beim sechsseitigen Selbstgespräch aber folgen präzisen Fragen detaillierte Antworten, die sehr viel Sinn ergeben, wenn man parallel dazu ORIGINAL MACHINES hört.

Der Ursprung der insgesamt 24, nie mehr als drei Minuten langen Songs liegt in den stundenlangen Sessions, die …Trail Of Dead während der Aufnahmen zu ihrem 2014er-Album IX abhielten. Aus ihnen isolierte Keely kleine Puzzleteilchen, um die herum er viele neue Elemente baute bis völlig neue Tracks entstanden. Und all das mit einem iPad unterwegs auf den vielen Reisen mit der Band oder allein, wenn er die Welt von Deutschland bis zu seiner Wahlheimat Kambodscha durchstreifte und so viele Eindrücke mitnahm.

Folglich gab der gebürtige, in den USA aufgewachsene Brite mit thailändisch-irischen Wurzeln den Liedern Titel wie „Drive To Kampot“, „Hills Of K-Town“, „Waimanalo Drive“ und „Drive Back To Phnom Penh“. Vor allem aber handelt es sich bei diesem ganzen starken Debüt nicht um Resteverwertung, sondern um Veredelung zu Songs, die nur in den allerwenigsten Fällen („Inside The Cave“) auf ein Werk von …Trail Of Dead gepasst hätten. Diesmal gibt Keely nicht den Shouter, sondern fast immer den Sänger, der die E-Gitarre oft gegen eine Akustische tauscht, der seine Songs nicht bis zur Komplexität verdichtet, ihnen dafür gerne auch Leichtigkeit und Luft lässt.

Kooperation

Von Elektronik und Pop über Folk bis hin zu Psychedelia reicht das Spektrum, das Keely unter Mithilfe von Piano, Streichern oder Banjo auf ORIGINAL MACHINES auffährt, das final in einer Kirche nahe Montreal aufgenommen wurde. Dabei entfernt sich Keely so weit von seinem Mutterschiff, wie man es so nie erwartet hätte.


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