Durand Jones & The Indications Private Space


Dead Oceans/Cargo (VÖ: 30.7.)

von

Anfang 2021 erst hat Aaron Frazer auf seiner ersten Solo-LP mit seinem soulig-schmachtenden Prince-Falsetto Herzen zum Schmelzen gebracht. Star-Produzent Dan Auerbach hatte auch weder Geld noch Mühen gescheut, ihm die besten Session-Musiker ins Studio zu buchen. Fans von Frazer können sich nun erneut freuen: Nur wenige Monate nach dem Solodebüt legt Frazer mit seiner Hausband nach: Durand Jones & The Indications, die sich schon 2012 in Bloomington, Indiana, formierten und 2018/19 ihre ersten beiden Platten rausbrachten.

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Als Teil der Indications ist Aaron Frazer aber nicht „nur“ für die treibenden Drums zuständig, sondern zudem zweiter Sänger, neben Durand Jones. Wobei „zweiter“ relativ ist, da Frazers Falsett frequenztechnisch natürlich leicht die dunklere, geerdete Stimme von Durand Jones überflügelt. Kam die Band ursprünglich vom 60ies-Soul, wähnt man sie auf der neuen, dritten Platte eher in Manhattans Studio 54: Die Discobässe gehen High-Energy-mäßig in die Schenkel. Congas setzen kubanische Akzente. Und alles ist mit so viel Liebe produziert: Fender Rhodes und Hammond knarzen und wabern organisch. Echte Violinen, Bratschen und Celli legen sich als Teppich auf den Tanzboden.

Ob der irgendwann klebt? Egal! Um einen herum tanzt offenbar ein angegospelter Chor, und dann gesellt sich auch noch Vibraphon hinzu, wie ein Cocktail, der einem beim Tanzen unverhofft spendiert wird.  Lyrics wie „Folks overtaken by disease / All the people lost made me fall right down to my knees“ sind nun universell auslegbar (Corona, Rassismus), also darf man wohl, wenn wir schon beim einst schwulen, schwarzen Disco sind, auch an die Opfer von Aids denken. Letztlich ist die Stimmung aber uplifting, zumal wenn Frazer einem ins Ohr stöhnt, dass die Liebe es schon richten wird, und er es einem besorgen wird, da man ein „sexy thang“ sei. Das hört man doch gern.


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