Erlend Øye Legao


Bubble Records/Groove Attack

Und da ist sie wieder (oder, besser, immer noch): diese feinfühlige Gelassenheit, mit der Erlend Øye, Europas Lieblingsnerd, zu Beginn unseres Jahrtausends gehetzte Großstädter zum Schwelgen brachte. 13 Jahre liegt das Debüt seiner Band, Kings Of Convenience, zurück, und immer noch meint man im Klang der Melodien, im Anheben seiner zarten Gesangsstimme nichts als innere Ruhe und Abgeklärtheit zu erahnen. Als roter Faden zieht sich dieses skandinavische Understatement durch sein Werk – ob elektronisch, poppig oder akustisch.

Auch auf LEGAO klingt wieder alles anders und vertraut zugleich. Auf jeden Fall haben die Songs in Italien, wo der Norweger seit einiger Zeit wohnt, viel Sonne abbekommen. Auf den leichtfüßigen Reggae-Rhythmen und reduzierten Bläsersätzen der isländischen Band Hjálmar, auf sommerlich-verbummeltem Gitarrengezupfe und nostalgischem Orgeldudeln schwebt Øyes Gesang dahin. Altersweise berichten seine gehauchten Erzählungen von den Geheimnissen des Lebens: „Life is long, and the world is small / Our paths will cross some other time“, singt er.

Es sind die simplen Weisheiten eines Weltenbummlers, verpackt in beglückende Popsongs: Da sind der Aufruf zur Selbstliebe „Save Some Loving“, das geschmeidige „Lies Become Part Of Who You Are“ und der Lovesong „Say Goodbye“, der sich vom leisen Gitarrenstück zum euphorischen Sommerpop aufschwingt. „This bubbling feeling“, das Erlend Øye beim Anblick seiner Liebsten in „Peng Pong“ überkommt: Man hat es auch beim Hören dieser fluffigen Lovesongs, die in Verliebtheit und Liebeskummer die gleiche kribbelig flimmernde Schönheit finden. La dolce vita, vertont für den Großstadtsommer.


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