Spezial-Abo

https://musikexpress-talk.podigee.io/2-neue-episode

https://neverforget.podigee.io/11-one-hit-wonder


Glass Animals Dreamland


Polydor/Universal (VÖ: 7.8.)

von

Auf ihrer letzten Platte fragten sich die Briten noch HOW TO BE A HUMAN BEING, nach vier Jahren Pause geht es nun ins DREAMLAND: Eskapismus statt humanistischer Basisarbeit. Wobei, so einfach ist es nicht: Bandchef Dave Bayley fĂŒhlte sich durch die aufgrund der Pandemie erlebte Zeit des Stillstands inspiriert, in der wenig neue Erinnerungen generiert worden sind – und der Mensch deshalb auf bereits Erlebtes zurĂŒckgriff, es neu ordnete und bewertete.

„DREAMLAND“ bei Amazon.de kaufen

Das TitelstĂŒck macht Bayley zu einer Art Making-of des Albums, erinnert dabei an einen beinahe tödlichen Fahrradunfall seines besten Freundes und Glass-Animals-Drummers Joe Seaward. Dieser individuelle Schockzustand von damals habe sich in der Pandemie als kollektives Erlebnis gezeigt, sagt Bayley – und stellt fest: „You’ve had too much of a digital love. You want everything live, you want things you can touch.“

NOTES ON A CONDITIONAL FORM, das ĂŒbermĂŒtig lange und gerade deshalb exzellente Album von The 1975, galt in seiner UnschlĂŒssigkeit als eine erste Pop-Antwort auf Covid-19, auch DREAMLAND kann so gehört werden. Wobei die Band aus Oxford auf ihrer dritten Platte endgĂŒltig in den digitalen Bereich des Modern-Pop und Neo-R’n’B gezogen ist.

Mal bleiben die Tracks blass und berechenbar, mal gelingt Hervorragendes, die stĂ€rkste Passage hat diese Platte im letzten Drittel: „Waterfalls Coming Out Of Your Mouth“ mahnt zur Ruhe, mit „It’s All So Incredibly Loud“ folgt zunĂ€chst der RĂŒckzug ins verhallte Falsett, bevor sich die Stimme von Dave Bayley ĂŒber symphonische Keyboards erhebt: Nichts knallt so laut wie ein Herz, das bricht. Wo er recht hat, hat er recht.

DREAMLAND im Stream hören:


ÄHNLICHE KRITIKEN

Nothing But Thieves :: Moral Panic

Kabinett der großen Gesten: Nervöser Bombast-Rock ohne Plan, aber immerhin mit allerhand Stadionpotenzial.

The 1975 :: Notes On A Conditional Form

Auf ihrem vierten Album probieren sich The 1975 in den verschiedensten Spielarten aus. In der Dauerabwechslung findet die Indie-Rock-Band aus UK...

The 1975 :: A Brief Inquiry Into Online Relationships 

Manchmal gewollt, oft gekonnt: Die Briten legen einen bildgewaltigen Entwurf fĂŒr Mainstreamrock im 21. Jahrhundert hin. 


ÄHNLICHE ARTIKEL

Beabadoobee: Seht hier das Video zu ihrer neuen Single „Worth It“

Beabadoobees DebĂŒtalbum FAKE IT FLOWERS wird am 16. Oktober 2020 erscheinen.

#NoSilenceInMusic: Darum geht es bei der britischen Anti-Rassismus-Kampagne

Artists wie The 1975, Placebo, Jessie Ware, Circa Waves und Nile Rodgers wollen sich mehr positionieren. Sie versprachen „sich zu Wort zu melden und solidarisch zusammenzustehen“, wenn sie neben systemischem Rassismus auch Themen wie „Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und Transphobie“ erleben sollten.

Glass Animals teilen neue Single „Heat Waves“ – seht hier das Video

UrsprĂŒnglich sollte Glass Animals' neues Album DREAMLAND bereits im Juli erscheinen. Aus Respekt vor den aktuellen „Black Lives Matter“-Protesten gaben sie jedoch zuletzt bekannt, dass man die Veröffentlichung auf den 7. August verschoben habe.


Beabadoobee: Seht hier das Video zu ihrer neuen Single „Worth It“
Weiterlesen