Kastrierte Philosophen

Jahre // 1981-2021 (+1)

About Us/Cargo (VÖ: 27.1.)

Best-of des deutschen Underground-Geheimnisses, Reissue-Kampagne folgt.

Der Bandname geisterte in den Achtzigerjahren durch alle Schüler*innengruppen, in denen man Musik tauschte, vornehmlich die Smiths und The Cure, über die Kastrierten Philosophen raunte man zumeist nur, da gäbe es einen Bruder von der Freundin der Schwester, der besitze Platten von denen, und wenn nach langer Wartezeit mal die Kopie einer Kopie der LP die Schüler*innengruppe erreichte, dann rauschte die Kassette ganz fürchterlich und hörte man eine Musik, die unendlich nah und unendlich weit entfernt schien, alles war sehr mysteriös. Und mysteriös bleibt dieses Projekt bis heute.

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Natürlich kennt man heute die Namen und die Geschichte, man weiß um das Wirken von Katrin Achinger und Matthias Arfmann, um ihre Bedeutung im deutschen Musik-Underground, um ihr progressives Denken, das jede Idee von Genre- Bindung über Bord warf. Die Musik der Kastrierten Philosophen jedoch blieb ein Geheimnis, denn die alten Platten waren nicht bei den digitalen Diensten zu finden.

Die LPs klingen aus heutiger Sicht so, wie die Abi-Zeitung von damals heute aussieht

Das ändert sich nun: Achinger und Arfmann haben den Katalog gesichtet, die Musik neu gemastert und beginnen nun damit, die Sachen neu verfügbar zu machen. Als Einführung gibt es mit JAHRE // 1981-2021 (+1) ein klassisches Best-of-Album, sogar zwei neue Stücke sind dabei, so beginnt die Compilation mit „Time“, einem tollen Indie-Soul-Pop-Song über gnadenlos tickende Uhren. Danach folgt die Leistungsschau der vergangenen 40 Jahre: Die Techno’n’Dub’n’Reggae-Avantgarde der Neunziger, der Underground-Noir der Achtzigerjahre, als Achinger und Arfmann Bands wie Mazzy Star oder The Kills vorwegnahmen, ohne denen jemals eine Rechnung zu stellen.

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Die LPs aus dieser Zeit klingen aus heutiger Sicht so, wie die Abi-Zeitung von damals heute aussieht; Matthias Arfmanns notwendige Klangrestaurationen geben gigantischen Liedern wie „Lady P.“ oder der Gothic-Ballade „Love Factory“ einen neuen Glanz. Und vielleicht bekommt Nick Cave dank der Kampagne nun mit, dass die Kastrierten Philosophen mit „Toilet Queen“ ein Lied eingespielt haben, das er dringend covern sollte.

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