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Khruangbin Mordechai


Dead Oceans/Cargo (VÖ: 26.6.) 

von

Der Eröffnungstrack dieses Albums sollte sich als Beitrag für ein Musikexpress-Blind-Date sehr gut eignen. Der smoothe Lalala-Funk in „First Class“ verrät nämlich weniger die Handschrift jenes exzentrischen Texas-Trios Khruangbin als die Lust am Austreten und Davonmachen, am Wegfliegen, Champagnerlaune inklusive.

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„Time (You And I)“ im Anschluss ist ein ordentlich groovendes Discostück, „Connaissais de Face“ ein gainsbourgischer Funkpop-Traum in Slo-Mo. Mit „Father Bird, Mother Bird“ steuert die Band einen vollends kontemplativen Klangraum an, Mark Speers Gitarre mäandert über einem trockenen Bass-Drums-Fundament, ohne irgendwohin zu wollen. Eine Musik der kleinen Wege, the sound of session.

Damit unterscheidet sich MORDECHAI von seinen Vorgängern, Khruangbin sammelten bislang Stilelemente und Melodien aus weit entfernten, teilweise wenig beleuchteten Ecken des Pop-Universums ein (Thailand, Äthiopien, Iran), spielten sie in knackigen Momentaufnahmen zusammen und ließen sie später in Dub-Räume fallen. Jetzt haben sie ihr Nomadentum an den Gesang delegiert, 14 Sprachen sind auf dem Album zu hören, teilte die Band mit.

Bemerkt hätten wir das eigentlich nicht, MORDECHAI nimmt die Stimmen als Stimmungen mit. Hier werden auch keine Strophe-Refrain-Systeme aufgebaut, die Erzählungen, die Bassistin Laura Lee Ochoa andeutet, wurden aus den Erinnerungen geboren, die sie in ihrem Appartement entwickelte. Festgehalten auf Post-Its übrigens. „So We Won’t Forget“.

MORDECHAI im Stream hören:


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