Mavi Phoenix Young Prophet II


LLT Records/Awal/Kobalt

Es gibt einen wunderbaren Indikator für die Qualität von Popmusik aus deutschsprachigen Ländern: der Hype im Ausland. Das wirkt oft, aber nicht immer als Regulativ, das Schlechte bleibt zu Hause, das Gute geht hinaus in die Welt. Weil die Mutterländer des Pop an Re-Importen ihrer eigenen Ideen kein Interesse haben.

Der Wind, den internationale Medien in den vergangenen Monaten um Mavi Phoenix gemacht haben, ist geradezu beängstigend. Die aktuelle EP der 23-jährigen Österreicherin, YOUNG PROPHET II, ist wie die musikgewordene Legitimation für den Hype. Die EP versammelt die drei Singles, die Phoenix im laufenden Jahr veröffentlicht hat, plus drei neue Tracks.

Ihre Musik ist kein HipHop, ist kein Pop, ist kein Trap, ist kein elektronischer R’n’B, es ist die Fusion von alldem zu einem ureigenen Pop, der so leicht und locker und folgerichtig bei ihr klingt. Der Track „Prime“ ist ein gutes Beispiel für diese Multifusionsmusik, man weiß nie genau, wann der tribalistische Avant-Pop aufhört und wann die Dancehall-Referenzen anfangen. Aus den Songs von Mavi Phoenix klingt ein gesundes Musiknerdtum heraus.


Mavi Phoenix im Interview: „Ich bin gar nicht cool”
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