Orla Gartland Woman On The Internet


New Friends/Membran (VÖ: 20.8.)

von

Erwachsen zu sein? Orla Gartland zerstört mit einem Handstreich die Utopie, das dann alles besser wird: „Make your own to-do list and eat whatever you want for breakfast.“ Ah, und dann werden ab und an Menschen sterben, daran müsse man sich gewönnen. WOMAN ON THE INTERNET ist ein Album als Abgesang auf das Gewese, das bestimmte Mensch um bestimmte Dinge und vor allem um sich selbst machen.

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Das zentrale Stück der Platte ist „You’re Not Special, Babe“, ein supersmarter Diss auf den Pseudo-Individualismus, Selbstironie inklusive, wenn Orla Gartland den Songwriterinnen-Trick, die Bridge in finalen Refrain übergehen zu lassen, nicht unkommentiert lässt.

Copy-Paste-Persönlichkeiten, Traurigkeitsheuchler*innen und  Zombies

Im Verlauf des Albums singt die Irin, die nun in London lebt, von Copy-Paste-Persönlichkeiten, Traurigkeitsheuchler*innen („all of my heroes are way more sad than me“) und – beinahe atemlos – von Zombies, die keine komplett bösen Typen sein mögen, aber in Gestalt von Testosteron-Monstern dauernd blödsinniges Zeug machen: „I hate it, I hate it, I hate it, I hate it!“ Orla Gartland, Mitte 20, überführt den Furor von Fiona Apple und die Klugheit von Regina Spektor in Modern Pop, wobei bestimmte Stücke poltern und krachen dürfen oder ihre folkige Grundstruktur behalten.

Interessant sind die Rhythmen, die von allerhand Körperbeats getragen werden, wie bei der Französin Camille, was die Songs auf WOMAN ON THE INTERNET organisch und lebendig hält und zur Grundhaltung dieser Platte passt: Fahrt mal runter, spürt euch mal!


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