Rhye Blood


Caroline/Universal

Viel hat sich bei Rhye getan, obwohl auf den ersten Blick erst mal alles gleich aussieht: Statt schlicht WOMAN heißt das Album schlicht BLOOD, statt eines weiblichen Halses zeigt es eine weibliche Rückansicht. So weit, so gut. Doch unter der Oberfläche hat sich in den verdammt noch mal auch schon wieder fünf Jahren seit dem Debüt des Duos Gravierendes verändert: Das Duo ist kein solches mehr. Der dänische Produzent Robin Hannibal hat dem kanadischen Wahlkalifornier mit der Damenstimme, Mike Milosh, das Spielfeld allein überlassen. Dort gilt immer noch die Regel: Du sollst keine Götter neben Sade haben, außer The xx. Aber denen sollst du dann auch streng gehorchen. Wenn die nach zwei introvertierten Alben auf einmal mit Beats arbeiten, sollst auch du dich auf den Dancefloor wagen.

Während der zahlreichen WOMAN-Shows der vergangenen Jahre ist Milosh aufgefallen, dass es live nicht schadet, auch mal mit Druck zu arbeiten. Und so pumpt BLOOD zwar nicht aus den Boxen, aber es lädt doch häufiger zum Tanz ein als der Vorgänger. In „Taste“ und „Feel Your Weight“ lockt sogar die Funk-Gitarre. Doch natürlich dominiert weiterhin diese High-End-Eleganz, diese grazile Produktion, die das Wesentliche betont, und das ist Wärme und Sinnlichkeit. Und um die herzustellen, genügt oft ganz wenig, nur ein Satz, eine Geste, ein Lächeln. Milosh hat sie in allen Variationen drauf.


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