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Sam Fender Hypersonic Missiles


Polydor/Universal (VÖ: 13.9.)

Irgendwie überrascht es dann gar nicht mehr, dass durch „The Borders“ ein Saxofon dermaßen selbstbewusst trampelt, als wäre Clarence Clemons wiederauferstanden. Denn in seinen allerbesten Momenten, von denen es einige gibt auf seinem Debütalbum HYPERSONIC MISSILES, erinnert Sam Fender an den jungen Bruce Springsteen, käme der nicht aus New Jersey, sondern aus dem Nordosten Englands.

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Im Geordie-Dialekt seiner Heimatstadt Newcastle singt der 23-Jährige von schlagenden Vätern und tablettenabhängigen Müttern, von „liberal arrogance“ und „old cunts“, die den Brexit wollten, er singt vom Absturz am „Saturday“, der endlich Erlösung bringt, und von den „Dead Boys“, die sich schlussendlich zu Tode gesoffen haben. Über treibenden Gitarren singt Fender, der hinter einem Kneipentresen jobbte, bevor er entdeckt wurde, von sich, aber natürlich von allen anderen Jugendlichen in einer englischen Stadt, die bessere Tage gesehen hat: „overtired, overworked, underpaid, under pressure“.

Während das Schlagzeug sich selbst überholen möchte und die Gitarren rumpeln, setzt Fender den Selbstbetroffenheitspoeten, die zuletzt das Singer/Songwriter-Genre übernommen haben, die gute alte teenage angst entgegen, den Sturm und den Drang und die Verzweiflung, die eine zünftige Identitätsfindung nun mal auslöst: „I wanna be anybody but me.“ Ja, es ist eine Wiederaufführung des allbekannten Dramas der verlorenen Jugend, aber eine mit neuer Dringlichkeit.

HYPERSONIC MISSILES im Stream hören:


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