Snail Mail  Lush 

Matador/Beggars/Indigo  

Es gab zuletzt ein paar sehr gute Indie-Rock-Platten von ganz weit draußen, eingespielt von Singer/Songwriterinnen wie Vagabon oder geläuterten Veteraninnen wie den Deals von den Breeders, die, wenn sie nicht auf Tour sind, daheim die Mutter pflegen. Lindsey Jordan ist 18 Jahre alt, stammt aus einer Vorstadt von Baltimore. Nun will sie hinein, ins Zentrum des Lebens, in die Erwachsenenwelt. Nützt ja nix. „Coming of Age“ heißt Kunst über diese Phase auf der Schwelle, häufig werden diese Geschichten von nostalgischen Erwachsenen geschrieben, die ihre Midlife-Krise einfach in eine fiktive Adoleszenz verlagern.

Jordan schreibt ihre Storys natürlich selbst, gibt eine authentische Sicht auf die Dinge, singt zum Beispiel darüber, dass es kein besseres Gefühl gebe, als clean zu werden – und sie singt das mit 18, nicht 28! Die Musik zu diesen abgeklärten Gedanken klingt überraschend wenig abgründig, der Indie-Rock von Snail Mail erinnert an Waxahatchee und Lucy Dacus, vor allem aber an Nada Surf und deren Meisterwerk LET GO. Bei „Speaking Terms“ nutzt Jordan die gleiche Melodieführung wie Matthew Caws bei „Blonde On Blonde“, „Stick“ hat das schleppende Tempo der dramatischen Emo-Songs von leidenden Bands wie Mineral, jedoch liegt Snail Mail das Jammern fern: Jordan besingt auch Auswege und goldene Träume, von der wohl größten Utopie des Lebens handelt einer ihrer besten Songs: „Full Control“. 

https://www.youtube.com/watch?v=s7tnTucP1UM

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