Superpunk – Können Sie das groß machen, bitte?!

Man sollte das erlebt haben. Weil es einen weiterbringt. Von der Choreographie, die Keyboarder Thies Mynther neben seiner kundigen Extremorgelei hinlegt, kann sich nicht nur Detlev D! Soost mehrere Scheiben abschneiden, der einstimmige Männerchorgesang, den Baßspieler Tim Jürgens präsentiert, kann sich hören lassen – und von den Sounds und den Texten der Band kann man sich gut und gerne Frisur und Gedankengut durchpusten lassen. Dieser Zustand ist nicht tanzbar gilt bei Superpunk nie – und erst recht nicht bei Können Sie das groß machen, bitte?!, einer überaus gelungenen Kombination aus Live-CD und DVD. Punk als Idee. Soul als Gefühl-das ist die kluge Grundidee der fünf junggebliebenen Hamburger „Top Old Boys“; du kannst auch Groovemaschinen zu ihnen sagen. Und dich dann hübsch mitwippend darüber freuen, daß Carsten Friedrichs zu schengeligen Schrammelgitarren die Überlebenshymne für alle diejenigen singt, die über den Zustand des Daseins mehr als einmal reflektiert haben: „Es gibt nur ein Leben, und deshalb weigere ich mich, aufzugeben“. Genau. Ausgeklügelt simple Beatmusik mit Texten, die schonungslos Roß und Reiter nennen, sind auch die übrigen Lieder: etwa das wunderbare „Neue Zähne für meinen Bruder und mich“. Oder „Ich mag den Mann nicht, der ich bin“. Sowieso: „Man kann einen ehrlichen Mann nicht auf seine Knie zwingen“. Superpunk setzen ihre Songs mit einem Ziehen im Herzen und einem Zucken im Tanzbein in einen posenfreien Rockkontext. Was dabei rumkommt, ist Pop. in dem sich jede Menge Politisches findet mit Schwung, Schmiß und Schmackes. Und wer charakterlich einigermaßen gefestigt ist, widmet sich nach der Live-CD noch mal der DVD. Um dann festzustellen: Scheiße, sehen die gut aus.

www.superpunk.de