The Killers :: Live From The Royal Albert Hall

ROCK Pop in concert. Oder: aufrichtige Kirmes in altehrwürdigem Ambiente.

Von ihrer ersten Stunde an haben die Killers keine Gelegenheit ausgelassen zu betonen, wie sehr sie von England und dortigen Bands wiejoy Division beeinflusst seien. Nur folgerichtig also, dass sie ihre erste offizielle DVD in der altblaehrblawürdigen Royal Albert Hall zu London aufzeichnen ließen. Das freut die Engländer, die diese Las-Vegas-Showtruppe ja ins Herz geschlossen haben, als wären es Landsmänner. Die freuen sich sogar, wenn es die Killers mit ihrer Tributzollerei etwas zu weit treiben und Joy Divsions „Shadowplay“ etwas zu weit in Richtung Olympiastadion treiben. Zu diesem Zeitpunkt der Setlist (Titel neun von 22) -einer Setlist, die mit dem ungenierten Flippers-Crowdpleaser „Human“ beginnt – taumelt aber ohnehin niemand mehr zweifelnd an Stil- und Authentizitätsgrenzen entlang. Das hier ist aufrichtige Kirmes. Mit federverzierten Kostümen, Palmen auf der Bühne, Mitsingspielchen, Konfettiregen und improvisiertem Philosophieren über Schmetterlinge im und deren Ausscheiden aus dem Bauch. Brandon Flowers ist nicht, wie im Bonusmaterial aus Fankehle behauptet wird, „otw ofthe greacestfrommen in rock-history“. Aber Flowers weiß, was er tut: Songs schreiben und aufführen, die nicht in die Geschichte, sondern in Teenagertagebücher eingehen sollen. Natürlich kann man dieses Konzert studieren und sich dabei auf der Suche nach Sinn in „Human“ den Verstand aus dem Kopf schütteln. Man kann seinen Kopf aber auch nur rhythmisch schütteln und den aus aller Welt angereisten Fans dabei zusehen, wie sie zu den ersten Tönen von „Mr. Brightside“ und „When You Were Young“ die Mühen und Kosten ihrer Weltanreise vergessen. Die Killers wollen nichts Böses.

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