Tristan Brusch 

Das Paradies 

Downbeat/Warner 

Kein junger Wilder, aber auch nicht ganz gefeit vor Peinsamkeit ist dieser Liedermacher. 

Reinhard Mey. Herman van Veen. Klaus Hoffmann. Uff. Das sind so Assoziationen, die einem womöglich kommen müssen, wenn man DAS PARADIES hört. Was jetzt entscheidend ist: wie man diese Referenzen bewertet. Wen es bei diesem Dreiklang schüttelt, der wird Tristan Brusch nur schwer ertragen. Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht.

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Erstens, weil der Wahlberliner aus dem Orsons-Umfeld musikalisch nicht den Liedermacher gibt, sondern seine Chansons mit Elektronik und 80s-Accessoires ausstaffiert und ein paar Dance-Beats einstreut. Zweitens, weil es Widerhaken gibt. Der Geruch von verschüttetem Bier weht durch die Songs und auch der von Kotze, die von Schuhen gewischt werden muss. „Du hast mich gefickt, ich hab dich gefickt“, singt Brusch, als wolle er der deutsche Gainsbourg sein und zitiert ein paar Lieder später auch noch Kinski und den Erdbeermund, nach dem er so wild ist.

Aber nicht falsch verstehen: Hier ist einer, der sich „verschüttet“, der sich „häutet“, kurz: die ganze Selbstentäußerung im Gepäck hat, aber auch keinen selbstironischen Fallschirm. Nur gelegentlich schliddert er über die Grenze des guten Geschmacks in die Peinlichkeit ab.  

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