Weil

Groll

Broken Hearts Club/The Orchard (VÖ: 17.9.)

Ein Schauspieler wagt sich in den HipHop, ohne zum Rap-Darsteller zu verkommen.

Weil heißt Anton mit Vornamen und ist als Schauspieler gut im Geschäft. Den Spagat, den er mit seinem Debüt GROLL in den Rap versucht, ist weit, aber nicht so weit wie die Diskrepanzen, die die Beats aufmachen. Zwischen kreischenden „Purple Rain“-Gitarren, „Grauer Beton“-Trap oder schwerblütiger Piano-Ballade ist allerhand möglich, vor allem auch ein eigener Zugang zum Rap, der einen Weg sucht, der den Genre-eigenen toxischen Machismo ablehnt, ohne gleich die Männlichkeit aufgeben zu müssen.

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Das ist – trotz eines Umfelds aus Größen wie Yassin & Audio88, die sich mit demselben Problem herumschlagen – nicht ganz so einfach. „Ich fühl so hart – und wie fühlst du?“, fragt Weil in „Fühlé“ – und spielt mit dem accent aigu im Titel so lange herum, dass sich eine Ironie einstellt, die solche Zeilen bitter nötig haben.

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Auch andere Themen, das letzte Bier und erste Verluste, Geld und Tod, oder die Enttäuschung, dass das Revolutions-Surrogat des Kreuzberger 1. Mai nicht zum Umsturz führt, werden mit noch ausreichenden Distanz zur eigenen Existenz abgearbeitet. Nein, Anton Weil ist schon mehr als bloß ein Rap-Darsteller.

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