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Yassin Ypsilon


Normale Musik/Groove Attack (VÖ: 18.1.)

Wie oft hört man im HipHop schon ein Debütalbum, dessen erster Song gleich von grauen Haaren handelt? Yassin ist zwar schon seit einem Jahrzehnt als Rapper aktiv, jedoch meist mit dem kongenialen Partner Audio88 an seiner Seite.

Dass man den auf YPSILON kaum vermisst, ist ein gutes Zeichen: Yassin klingt nicht wie die Hälfte eines Duos, die sich allein schwer tut, sondern wie ein starker Solorapper. Das liegt auch an der inhaltlichen Ausrichtung: Er wird persönlich und politisch, manchmal beides zugleich, ohne sich dabei zu wichtig zu nehmen oder zu gefühlig zu werden.

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Mit „Deutschland“ leistet Yassin, der algerische Wurzeln hat, einen der besseren musikalischen Beiträge zum Erstarken des hiesigen Rechtspopulismus. Das Lied ist verfasst wie eine Ballade an einen alten Freund, der sich so stark verändert hat, dass Yassin ihn nicht mehr wiedererkennt. Er singt von Teppichen in Kleinstadthotels und Grünkohl mit Pinkel, ehe er zu einem traurigen Fazit kommt: „Ich kann gehen, wenn’s mir hier nicht passt.“ Das alles passiert in einem flehenden Auto-Tune-Gesang, an den sich manch einer wird gewöhnen müssen, doch Yassin weiß mit solchen technischen Spielereien gut umzugehen. Auf dem Track „1985“ fragt er sich, ob die Musik wirklich die richtige Wahl für sein Leben gewesen ist. Ypsilon ist da auf jeden Fall ein Pro-Argument. 

Kooperation

Albumstream:


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