Rosalía: Playback-Vorwurf bei der LUX-Tour – was wirklich passierte

Rosalía wurde nach ihrem Lyon-Konzert des Playbacks bezichtigt. Wie sie die Vorwürfe in Paris entkräftete und was bei ihrer LUX-Tour wirklich dahintersteckt.

Playback bei den Rosalía-Konzerten? Nach dem Auftaktkonzert in Lyon waren sich viele Zuschauer:innen sicher, dass sie bei einigen Songs nur zu einer Aufnahme sang.

Kritik an „Mio Cristo Piange Diamanti“

Besonders das Lied „Mio Cristo Piange Diamanti“ stand in der Kritik. Fan-Kommentare im Netz beschweren sich, sie habe die Ballade mit Playback gesungen. „Sie singt nicht live – um das zu hören, muss man kein Experte sein“, „Das ist Playback, das kann man sofort hören“ oder „Was zum Lip-Sync passiert hier“ – solche Aussagen finden sich unter zahlreichen Konzertvideos.

Gerade bei der aktuellen Tour trifft dieser Vorwurf besonders hart, denn das LUX-Album lebt von der stimmlichen Gewalt, die Rosalía Song für Song entfaltet. Die Genreverschmelzung von Pop und Klassik ist technisch unfassbar und zugleich ausschlaggebend für das Gesamtwerk.

So auch „Mio Cristo Piange Diamanti“: eine beinahe klassische Arie, die die gebürtige Spanierin vollständig auf Italienisch geschrieben und eingesungen hat. Das Lied endet mit einem Falsett – einer starken Beanspruchung ihrer eigenen Stimmlage – bevor es in einen opernhaften Abschluss mündet. Jede Note sitzt; handwerklich ist das höchste Klasse. Kein Wunder also, dass die schärfste Kritik an ihrem Live-Auftritt ausgerechnet diesem Lied galt. Viele Fans ärgerten sich über die Live-Performance des Songs, insbesondere über den Abschluss.

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Rosalía räumt Gerüchte in Paris aus dem Weg

Bei ihrer zweiten Show in Paris bewies Rosalía ihren Fans und Kritiker:innen, dass sie die Arie auch live aufführen kann. Um die Gerüchte zu entkräften, passte sie die Interpretation leicht an: Kurz vor ihrem letzten Ton legte sie eine kleine Pause ein – ein deutliches Zeichen dafür, dass sie nicht an ein Playback gebunden ist.

Ob sie in Lyon tatsächlich Playback genutzt hatte? Selbst wenn dem so wäre, wäre sie nicht die Erste. Viele Artists setzen bei Live-Auftritten auf Aufnahmen. Bei aufwendigen Choreografien und Tanzeinlagen ist Live-Gesang nicht immer möglich, und bei langen Tourneen müssen Künstler:innen ihre Stimme oft schonen. Dennoch haben viele Zuschauer:innen berechtigte Kritik an diesem Konzerttrick – schließlich besucht man ein Konzert, um Live-Interpretationen zu hören und nicht die Studioaufnahmen.

Die LUX-Tour

Die Auftritte, die Rosalía hinlegt, sind beeindruckend: von Ballett-Choreografien auf Spitze bis hin zu Technobässen, die durch ein Live-Orchester untermalt werden – jeder Song ist eine eigene kleine Show. Sogar ihre Fans dürfen mitmachen und auf der Bühne eine Beichte ablegen, bevor sie einen der beliebtesten Hits, „La Perla“, performt.

Dass sie dabei auch einmal ihre Stimme schonen will, ist ihr kaum zu verübeln. Schließlich ist sie bis September auf Welttournee unterwegs – 57 Konzerte in 31 Städten. In Deutschland macht sie am 29. April in Köln und am 1. Mai in Berlin Station, bevor die Tour weiter nach Nord- und Lateinamerika führt.