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ME-Helden

The Police: Drei Egos, fünf Platten, sieben Jahre

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Sie verbanden Pop-Melodien mit Reggae, changierten zwischen Punk-Rotz und chirurgischer Präzision, boten schlaue Texte und schlichte Lautmalereien: Gegen Ende ihres Schaffens als „die vermutlich größte Band der Welt“ gefeiert, lieferten The Police Musik für den Mainstream. Aber mit einer großen Portion Sophistication.

Bevor es weiter zu unserer ME-Helden-Story geht, seht hier Stings Auftritt bei unserer Preisverleihung – der nächste IMA kommt bestimmt!

Sting | 
IMA – International Music Award in der Verti Music Hall in Berlin am 22.11.2019

„Tatsächlich stand The Police ganz oben auf meiner Liste potenzieller Bandnamen“, erinnerte sich Stewart Copeland 2014 in einem Radio-Interview mit dem US-Sender NPR, „danach folgten weitere, einer lahmer als der andere. Heavy Artillery, Teeth Attack, London Teeth – irgendwie stand ich auf Zähne, warum auch immer. The Jaws Of Hell, du verstehst?“ Es wird letztlich doch nicht der Höllenschlund, sondern The Police. Gute Entscheidung.

Vorschlag fürs Protokoll: Bevor wir all die mutmaßlich schalen Polizei-Phrasen endgültig hinter uns lassen, widmen wir uns noch schnell den Tatbeteiligten. Etwa Gordon Matthew Thomas Sumner, in der Szene „Sting“ genannt, ehemals Lehrer und semi-professioneller Jazzbassist aus dem nordenglischen Hinterland. Sein Komplize heißt Henry Padovani, ist gebürtiger Korse und zunächst Gitarrist der Band, wird allerdings schon vor deren Debütalbum durch den erfahrenen und deutlich älteren Studiomusiker Andy Summers abgelöst. Nicht zu vergessen: Die Copeland-Gang aus den USA, bestehend aus Stewart, einem ehrgeizigen und weltgewandten Progrock-Schlagzeuger, sowie seinen beiden älteren Brüdern Miles und Ian, die der Band als Freunde und Helfer zur Seite stehen.

Die haben unsere drei Hauptdarsteller im London des Jahres 1977 auch bitter nötig. Stewart Copeland hat zuvor zwei wenig erfolgreiche Alben mit der Prog-Band Curved Air aufgenommen, die sich 1976 nach allerlei Querelen einmal mehr auflöst. In Newcastle lernt er den ambitionierten Bassisten Sting kennen, für dessen mittelmäßig inspirierte Jazz-Rock-Combo Last Exit es auch nicht allzu rosig läuft. Die Musik spielt ohnehin in London, weshalb Sting seine Koffer packt. Henry Padovani wiederum ist beseelt vom Punk, der gerade Britanniens Hauptstadt erschüttert, was sich in der Debütsingle „Fall Out“ niederschlägt, deren B-Seite die Misere allerdings schon im Titel trägt: „Nothing Achieving“.

Sascha Baumann


Willkommen in den Neunzigern: „Never Forget – der 90er-Podcast“ ist da!
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